Ärzteschaft

Säuglinge in der Erkältungszeit vor RS-Viren schützen

  • Dienstag, 21. Oktober 2014

Köln – Vor Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RS-Virus) warnt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). RS-Viren gehören zu den gefähr­lichsten Erregern von Atemwegsinfekten bei Kleinkindern. Säuglinge insbesondere zwischen vier und fünf Monaten haben ein hohes Risiko für Komplikationen wie Lungenentzündung. „Eltern schützen ihr Baby am besten, wenn sie es von Personen mit einer Erkältung, Fieber oder Ähnlichem fern halten. Bevor jemand das Baby auf den Arm nimmt, sollte er sich die Hände waschen. Und sofern möglich sollten Säuglinge nicht Menschenansammlungen ausgesetzt werden“, rät Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des BVKJ.

Eine Infektion mit RS-Viren kann sich wie eine gewöhnliche Erkältung äußern. Die Nase des Babys rinnt, es hustet und hat etwas Fieber. „Sobald die Symptome aber schwerer werden und das Kind schneller zu atmen beginnt, keucht oder komische Geräusche beim Atmen erzeugt, die Nasenflügel sich aufblähen, sollten Eltern umgehend ihren Kinder- und Jugendarzt kontaktieren“, rät Fegeler.

Besonders gefährdet sind kleine Patienten, die zu früh geboren oder aus anderen Gründen auf neonatologischen Stationen beatmet wurden, angeborene Herzfehler haben oder Störungen der Lungenfunktion aufweisen. Kinder- und Jugendärzte empfehlen für sie eine passive Immunisierung gegen RS-Viren in den Herbst- und Wintermonaten.

Die Viren kursieren vor allem zwischen Herbst und Frühjahr und verbreiten sich durch Tröpfcheninfektion. Sie überleben 20 Minuten auf den Händen, 45 Minuten auf Papierhandtüchern sowie Stoffen und bis zu mehreren Stunden auf Kunststoff­oberflächen. Um eine Verbreitung des Erregers innerhalb der Familie zu vermeiden, sind deshalb regelmäßiges Händewaschen, hygienisches Husten und Niesen nur in die Armbeuge sowie die Reinigung möglicherweise verunreinigter Gegenstände wie Kinderspielzeug erforderlich.

hil

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