SAGE: Hochrisikogruppen zweimal jährlich gegen COVID-19 impfen

Genf – Menschen mit erhöhtem Risiko für schwere COVID-19-Verläufe sollten entsprechende Impfungen routinemäßig zweimal jährlich im Abstand von sechs Monaten erhalten. Dazu rät die Strategic Advisory Group of Experts on Immunization (SAGE) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach ihrem Meeting Mitte März dieses Jahres.
„SAGE empfiehlt weiterhin die regelmäßige Impfung gegen COVID-19“, erklärte der SAGE-Vorsitzende Anthony Scott auf einer Pressekonferenz. Die Länder sollten bei ihren Empfehlungen Parameter wie die lokale epidemiologische Situation oder die Bevölkerungsstruktur, vor allem die Hochrisikogruppen, berücksichtigen.
Zu den Hochrisikogruppen gehören hochbetagte Menschen, Ältere mit schwerwiegenden Komorbiditäten oder schwerer Adipositas, Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen sowie moderat bis schwer immunsupprimierte Personen, führte Scott aus.
Für dies Gruppen empfehle SAGE die mindestens einmalige, bevorzugt die zweimalige COVID-19-Impfung pro Jahr im Abstand von sechs Monaten aufgrund des begrenzten Schutzes mehr als ein halbes nach der letzten Impfung. Das gelte für zuvor sowohl nicht als auch geimpfte Personen, sofern die letzte Verabreichung mehr als sechs Monate zurückliege.
Zudem kann überlegt werden, weitere Personengruppen regelmäßig – mindestens einmal jährlich – zu impfen, so der SAGE-Vorsitzende weiter, zum Beispiel ältere Erwachsene ohne Komorbiditäten, jüngere Erwachsene, Jugendliche sowie Kinder mit schweren Begleiterkrankungen oder Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Pflege. Auch für Schwangere könne eine einmalige Impfung bevorzugt im zweiten Trimester infrage kommen.
„Diese Empfehlungen dienen als Grundlage für die Ausarbeitung eines Positionspapiers der WHO zu COVID-19-Impfstoffen, dessen Veröffentlichung für 2026 geplant ist“, sagte Scott.
Hierzulande empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) allen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 59 Jahren eine Impfung, sofern keine vollständige Basisimmunität vorliegt (Epidemiologisches Bulletin 2026; DOI 10.25646/13636.3). Zudem sollten unter anderem Menschen ab 60 Jahren sowie Personen im Alter ab sechs Monaten mit einem mit erhöhtem Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf einmal jährlich geimpft werden.
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