Schonfrist für Geburtenstation in Crivitz

Schwerin – Die Geburtshilfestation am Krankenhaus in Crivitz wird nicht zum Jahresende geschlossen. Es gebe einen Zeitgewinn bis zum 30. Juni 2020, sagte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) heute in Schwerin zum Abschluss zweitägiger Verhandlungen. Bis dahin soll mit den Betreibern ein gemeinsames Konzept für die Krankenhäuser in Crivitz und Parchim entwickelt werden.
An der umstrittenen Grundidee, Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Standort Parchm zu konzentrieren, halten das Ministerium und die Krankenhaus-Konzerne Asklepios und Mediclin aber fest. Teil der Übereinkunft ist auch die Errichtung einer Kindertagesklinik mit vier Betten in Parchim. Am Asklepios-Krankenhaus dort werden bereits seit Pfingsten wegen fehlender Ärzte keine Kinder mehr stationär behandelt.
Glawe hatte der Neustrukturierung als zuständiger Minister zunächst zugestimmt. Die Landesregierung und der Landtag stellten sich aber dagegen. Glawe wurde mit Neuverhandlungen beauftragt.
Die Kinderstation in Parchim ist bereits seit Pfingsten geschlossen, nachdem Ärzte sich krankgemeldet und schließlich gegangen waren. In Crivitz wurden ebenfalls Personalengpässe als Begründung für die geplante Schließung zum Jahresende vorgebracht. Gegen die Pläne der beiden Klinikkonzerne gibt es massive Proteste aus der Bevölkerung der Region.
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