Schutz vor Stromausfällen, Hackern und Wassermangel

Berlin – Kritische Infrastrukturen wie etwa Kraftwerke, Stromleitungen oder auch Gesundheitsdienstleistungen sollen in Deutschland künftig dank einer zentralen Anlaufstelle besser geschützt werden können. Am Donnerstag nahm der Bundesverband für den Schutz Kritischer Infrastrukturen (BSKI) seine Arbeit auf. Er will nach eigenen Angaben dabei helfen, Sicherheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und die richtigen Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Dabei soll es nicht nur um Bedrohungen durch Hackerangriffe gehen, sondern auch um andere Gefahren, wie sie derzeit etwa von der langanhaltenden Dürre ausgehen. Es gelte, „alle Einfallstore“ und Risikofaktoren für kritische Infrastrukturen zu berücksichtigen, erklärte der BSKI-Vorsitzende Holger Berens. Es werde immer deutlicher, dass es „nicht nur um Gefahren aus dem Internet geht“. Vielmehr gebe es ein „ganzes Netz aus Gefahrenquellen“, das beleuchtet werden müsse.
Als Beispiel nannte Berens die extrem trockene Witterung in diesem Jahr. Die vielen Waldbrände und die sinkenden Flusspegelstände zeigten, dass Wasser als wichtiges Lebensgut wieder stärker in das Bewusstsein der Gesellschaft integriert werden müsse, da es eine „unverzichtbare und ganz wichtige kritische Infrastruktur“ sei. Deshalb müssten jetzt Schutzkonzepte für die Krisenstäbe von Unternehmen und Behörden etwa für eine geordnete Trinkwasserabgabe mit Notbrunnen entwickelt werden, forderte BSKI-Vize Hans-Walter Borries.
Ein besonderer Fokus liegt zudem auf dem deutschen Stromnetz – der nach BSKI-Angaben „kritischsten aller kritischen Infrastrukturen“. Durch die Energiewende werde das Versorgungssystem „fundamental“ verändert – mit Folgen für dessen Widerstandsfähigkeit gegenüber einem Ausfall.
Kritische Infrastrukturen sind von entscheidender Bedeutung dafür, dass die Versorgung der Bevölkerung etwa mit Strom oder auch Gesundheitsdienstleistungen funktioniert. Ein Ausfall oder eine Störung dieser Infrastrukturen könnte massive Folgen nach sich ziehen. Der BSKI will nun in einem ersten Schritt mehr Transparenz über die Gefährdung dieser Infrastrukturen schaffen.
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