Schwangerschaftsabbrüche: Hausärzteverband plädiert für sinnvolle Liberalisierung

Berlin – Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband (HAEV) begrüßt den Gesetzesvorstoß zur Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs und appellierte heute an die Abgeordneten, für eine sinnvolle Liberalisierung einzustehen.
„Als zentrale Anlaufstelle unserer Patientinnen kennen wir das Leid, das mit der Odyssee, die auf eine ungewollte Schwangerschaft folgt, häufig einhergeht. Die Frauen dürfen in dieser schwierigen Situation nicht allein gelassen und diskriminiert werden“, warnte Nicola Buhlinger-Göpfarth, Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes.
Mit der Kriminalisierung und Stigmatisierung der Betroffenen müsse endlich Schluss sein. „Daher mahnen wir die Bundestagsabgeordneten an, Verantwortung zu übernehmen und das Gesetz noch in dieser Legislatur zu verabschieden.“
Vornehmliches politisches Ziel müsse sein, dass alle Bürgerinnen und Bürger, die Zugang zu einer guten Gesundheitsversorgung brauchen, diesen auch erhalten, betonte Nadja Jesswein, Sprecherin des Forums Hausärztinnen im Hausärztinnen- und Hausärzteverband. Bei einer ungewollten Schwangerschaft sei das aktuell nicht der Fall.
Die derzeitige Gesetzeslage lege, auch durch die Kriminalisierung, den Frauen wie auch ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzten enorme Hürden in den Weg. „Das kann nicht der Anspruch eines modernen und liberalen Gesundheitssystems sein,“ so Jesswein.
Der Bundestag will am Donnerstag über einen entsprechenden Antrag debattieren.
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