Ärzteschaft

Sexualisierte Gewalt im Gesundheitswesen: Ärztekammer ruft nach schärferen Maßnahmen

  • Freitag, 18. Juni 2021
/Photo Sesaon, stock.adobe.com
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Berlin – Die Ärztekammer Berlin hat einen Bewusstseinswandel beim Thema „Sexualisierte Diskrimi­nie­rung und Gewalt im Gesundheitswesen“ angemahnt.

In einer gestern von der Delegiertenver­sammlung beschlos­senen Resolution hat die Kammer alle Träger sowie leitende Verantwortlichen von Gesundheitseinrich­tungen aufgefordert, verbindliche betriebliche Vereinbarungen oder andere Richt­linien zum Umgang mit sexueller Belästigung zu etablieren und diese proaktiv an die Patienten sowie Mitarbeitenden heranzu­tragen.

Laut Ärztekammer Berlin wurden sexualisierte Diskriminierung und Gewalt im Gesundheitswesen in den vergangenen Jahren nur sporadisch als grundlegendes Problem öffentlich zur Kenntnis genommen. Da­bei machten die hierarchischen Strukturen den medizinischen Betrieb anfällig dafür.

„Angesichts hierarchischer Strukturen und bestehender Abhängigkeitsverhältnisse sowie häufig enger physischer Zusammenarbeit, stellt es einen eklatanten Mangel dar, dass wirksame Regelungen zum Um­gang mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt in Einrichtungen des Gesundheitswesens nicht flä­chendeckend etabliert sind“, heißt es dazu in der Resolution.

Um den in diesem Kontext dringend notwendigen Kulturwandel herbeizuführen, kommt der Kammer zu­folge ärztlichen Führungskräften eine besondere Rolle zu.

Die Ärztekammer Berlin will zudem im Rah­men ihrer Aufgaben diesen Prozess unterstützen, zum Beispeil indem sie Veranstaltungen Dritter zu diesem Thema fördert, als ärztliche Fortbildungen anerkennt oder bei Bedarf geeignete Fortbildungen und Coachings konzipiert und durchzuführt.

hil/sb

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