Sexualisierte Gewalt im Gesundheitswesen: Ärztekammer ruft nach schärferen Maßnahmen

Berlin – Die Ärztekammer Berlin hat einen Bewusstseinswandel beim Thema „Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt im Gesundheitswesen“ angemahnt.
In einer gestern von der Delegiertenversammlung beschlossenen Resolution hat die Kammer alle Träger sowie leitende Verantwortlichen von Gesundheitseinrichtungen aufgefordert, verbindliche betriebliche Vereinbarungen oder andere Richtlinien zum Umgang mit sexueller Belästigung zu etablieren und diese proaktiv an die Patienten sowie Mitarbeitenden heranzutragen.
Laut Ärztekammer Berlin wurden sexualisierte Diskriminierung und Gewalt im Gesundheitswesen in den vergangenen Jahren nur sporadisch als grundlegendes Problem öffentlich zur Kenntnis genommen. Dabei machten die hierarchischen Strukturen den medizinischen Betrieb anfällig dafür.
„Angesichts hierarchischer Strukturen und bestehender Abhängigkeitsverhältnisse sowie häufig enger physischer Zusammenarbeit, stellt es einen eklatanten Mangel dar, dass wirksame Regelungen zum Umgang mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt in Einrichtungen des Gesundheitswesens nicht flächendeckend etabliert sind“, heißt es dazu in der Resolution.
Um den in diesem Kontext dringend notwendigen Kulturwandel herbeizuführen, kommt der Kammer zufolge ärztlichen Führungskräften eine besondere Rolle zu.
Die Ärztekammer Berlin will zudem im Rahmen ihrer Aufgaben diesen Prozess unterstützen, zum Beispeil indem sie Veranstaltungen Dritter zu diesem Thema fördert, als ärztliche Fortbildungen anerkennt oder bei Bedarf geeignete Fortbildungen und Coachings konzipiert und durchzuführt.
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