Skandalklinik bei Manchester: Direktorin tritt zurück
Ashton-under-Lyne – In der Affäre um das Tameside Hospital bei Manchester gibt es personelle Konsequenzen. Die Direktorin des Krankenhauses, Christine Green, hat ihren Rücktritt eingereicht. Das berichtet die Zeitung The Guardian. Seitdem bekannt geworden war, dass zwei separate Untersuchungen des National Health Service (NHS) eine Reihe von gravierenden Missständen im Tameside Hospital aufgedeckt hatten, stand Green zunehmend unter Druck. Die Inspektoren hätten die Zustände in der Notaufnahme der Klinik massiv kritisiert und von einem überfüllten und chaotischen Szenario gesprochen.
Tariq Mahmood, der Ärztliche Leiter des Krankenhauses, habe seinen Posten im Zuge der Enthüllungen ebenfalls geräumt. Er soll dort künftig nur noch als Geburtshilfeberater tätig sein. The Guardian hatte am Montag berichtet, dass der Vorstand Green und Mahmood zum Rücktritt aufgefordert habe, um grundlegende Verbesserungen in der Klinik zu ermöglichen.
Paul Connellan, der Vorstandsvorsitzende, hatte demnach erkannt, dass die Klinik damit rechnen musste, im einem bevorstehenden Bericht über die Standards in 14 Kliniken des NHS mit ungewöhnlich hoher Sterblichkeitsrate, scharf kritisiert zu werden.
Im Februar hatte der Britische Premierminister den Medizinischen Direktor des NHS beauftragt, die Behandlungsqualität in den betroffenen Einrichtungen zu untersuchen.
Jeremy Hunt, der britische Gesundheitsminister sagte, unterdurchschnittliche Standards seien „absolut inakzeptabel“. Patienten dürften nicht übermäßig lange auf eine Behandlung warten müssen und junge Ärzte bräuchten für die Behandlung der Patienten Unterstützung durch beratende Ärzte.
Ein unabhängiges Kontrollgremium soll die Übernahme durch eine Interimsleitung an dem Krankenhaus betreuen. Das Tameside Hospital versorgt 250.000 Menschen in der Region.
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