Solarien zur Prävention von Vitamin-D-Mangel unnötig

Berlin – Der menschliche Körper benötigt im Winter keine UV-Strahlung aus dem Solarium, um seinen Bedarf an Vitamin D zu decken: „Kein Mensch sollte zur Vorbeugung eines Vitamin-D-Mangels ins Solarium gehen“, erklärten heute die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), der Berufsverband der Deutschen Dermatologen und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in einer gemeinsamen Erklärung.
Der Vitamin-D-Spiegel des Körpers schwankt natürlicherweise mit den Jahreszeiten. Bis zum Ende des Winters sinkt der Vitamin-D-Spiegel, weil der Körper das im Sommer gespeicherte Vitamin D verbraucht. Damit im Winter genügend Vitamin D zur Verfügung steht, ist es im Normalfall ausreichend, in den Sommermonaten regelmäßig ins Freie zu gehen und sich ausgewogen zu ernähren. „Ein behandlungsbedürftiger Vitamin-D-Mangel gehört in die Hände eines Arztes, dem wirkungsvollere Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen als zusätzliche UV-Bestrahlungen“, so die Experten.
Die Haut vergisst nichts – gefährliche Folgen wie Hautkrebs werden erst Jahre später sichtbar“, warnt DDG-Präsident Rudolf Stadler. „Im Solarium kann die UV-Strahlung so stark sein wie im Sommer zur Mittagszeit am Äquator. Dass das nicht gesund ist, kann sich jeder leicht vorstellen“, so Thomas Jung, Leiter des Fachbereichs Strahlenschutz und Umwelt im BfS. Für Kinder und Jugendliche seien Solarienbesuche deswegen grundsätzlich gesetzlich verboten.
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