Politik

Sozialministerin Drese will ehrenamtliche Pflege ausbauen

  • Mittwoch, 19. September 2018
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Rostock – Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern will im Pflegebereich bei dem bisherigen Mix aus professionellen, familiären und ehrenamtlichen Angeboten die ehrenamtliche Seite stärken. Bereits seit Ende 2015 sei es möglich, dass Betreuungs- und Entlastungs­angebote für alle Pflegebedürftige und deren pflegenden Angehörige zugänglich und abrechenbar wurden, sagte Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) heute beim Landespflegekongress in Rostock.

„Wir beabsichtigen, dies um Regelungen zur Nachbarschaftshilfe zu ergänzen. Ehren­amtliche Nachbarschaftshelfer sollen ausgewählte niedrigschwellige Leistungen zur Unterstützung im Alltag im Rahmen einer Einzelbetreuung erbringen dürfen.“ Damit folge das Land dem Bedürfnis von älteren Menschen, so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben. Dies geschehe in dem pflegepolitischen Ansatz „ambulant vor stationär“.

Drese betonte, dass die Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei. Den Kommunen komme bei der Bewältigung des demografischen Wandels eine besondere Bedeutung zu. „Denn das Altwerden findet vor Ort in den Kommunen und Stadtteilen statt, muss dort gemeistert, begleitet und unterstützt werden“, sagte Drese. Deshalb werde der Aufbau einer Pflegestützpunktinfrastruktur gefördert. Inzwischen gebe es 17 Pflegestützpunkte.

Um den Fachkräftemangel zu mildern, müsse die Pflege attraktiver werden, sagte die Ministerin. Ein Schritt dahin sei die schulgeldfreie Ausbildung. Nach der derzeitigen Regelung soll das für alle Auszubildenden auch an privaten Ersatzschulen ab dem Jahr 2020 gelten. „Ich möchte darüber hinausgehen und landesseitig die Schulgeldfreiheit schon ab dem Jahr 2019 herstellen.“ Bisher übernehme das Land bis zu 80 Prozent der Kosten. Gleichzeitig wolle sie die Digitalisierung in der Pflege vorantreiben, was in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern dringend notwendig sei. Für die Pflege sei im Landes-Strategiefonds eine Million Euro eingestellt.

dpa

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