Spahn: Wer krank ist, soll zum Arzt gehen

Berlin − Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Menschen mit Beschwerden aufgefordert, sich trotz der Coronakrise behandeln zu lassen. Er könne „alle Kranken, chronisch wie akut Kranke, nur auffordern, ermuntern, tatsächlich auch zum Arzt zu gehen, wenn es nötig ist“, sagte Spahn in einem ARD-Interview gestern.
Das sei wichtig für die Gesundheit. Bei Unsicherheiten riet Spahn, den Arzt anzurufen und über die Situation zu sprechen. „Im Zweifel jedenfalls ist es immer besser, zum Arzt zu gehen, insbesondere wenn es eine Beschwerde gibt oder wenn es auch um eine Kontrolluntersuchung für einen chronisch Kranken geht“, so der Minister.
In der Hochphase der Coronapandemie zwischen Mitte März und Anfang Mai waren in Deutschland deutlich weniger Menschen als sonst zu Fachärzten gegangen. Das geht aus einer bundesweiten Umfrage des NDR bei Vertretern von Berufsverbänden, Kassenärztlichen und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen hervor.
Alle Vereinigungen äußerten die Sorge, der Ausfall von Terminen könne zu teils lebensbedrohlichen Verschlechterungen der Gesundheit der Patienten geführt haben.
Zu Beginn der Krise hätten sich Praxen und Krankenhäuser zunächst auf Coronainfizierte einstellen und Abläufe neu organisieren müssen, sagte Spahn. Dies sei mittlerweile gut gelungen und damit das Infektionsrisiko minimiert. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es nun nicht zu Terminstaus oder Engpässen in den Praxen kommt.
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