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Sparmaßnahmen: Klinken erwarten Personalabbau und aufgeschobene Investitionen

  • Freitag, 30. Oktober 2026
/ATRPhoto, stock.adobe.com
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München – Die Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen werden die Finanznot der Krankenhäuser nach Einschätzung vieler Klinikchefs weiter verschärfen. Wahrscheinliche Folgen seien Personalabbau und verschobene Investitionen, berichtet die Unternehmensberatung Roland Berger in der neuen Ausgabe ihrer jährlichen Krankenhausstudie.

Grundlage sind Interviews mit rund 600 Geschäftsführern und ärztlichen Direktoren. 2025 waren demnach fast drei Viertel (73 Prozent) der Kliniken in den roten Zahlen. Bei mehr als der Hälfte (56 Prozent) summierte sich das Defizit am Jahresende auf über zehn Prozent des Umsatzes, in einigen Häusern sogar auf ein Viertel.

Nach Einschätzung der Unternehmensberater rutscht damit ein Großteil der Kliniken unter die Grenze der finanziellen Tragfähigkeit. Viele Kliniken haben demnach ihre Reserven weitgehend aufgebraucht. „Die Zahl der Insolvenzen wird wahrscheinlich stark steigen“, schreibt Mitautor Jonas Hollacher.

Gleichzeitig können die Häuser ihre wirtschaftliche Entwicklung deutlich genauer vorhersagen: 84 Prozent erreichten 2025 der Umfrage zufolge das im Wirtschaftsplan festgelegte Jahresergebnisziel, in den Vorjahren war dies nur etwa der Hälfte gelungen.

„Die höhere Trefferquote ist jedoch kein Zeichen der Erholung. Fast vier von fünf defizitären Häusern erfüllten ihren Plan, weil die erwarteten Verluste bereits einkalkuliert waren“, hieß es aus der Unternehmensberatung. Für Geschäftsführungen und Aufsichtsgremien rücke damit eine neue Frage in den Mittelpunkt – nicht, ob ein Ziel erreicht wurde, sondern ob das geplante Ergebnis auf Dauer tragfähig ist.

Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wird die Defizite nach Einschätzung der Befragten weiter vergrößern. Im Schnitt rechnen sie mit einem Rückgang der Einnahmen um sieben Prozent.

„Mehr als jedes zweite Haus verschiebt Investitionen, um den Erlösdruck kurzfristig abzufedern“, sagte Peter Magunia, Senior Partner bei Roland Berger. Das verbessere zwar kurzfristig die Ergebnis- und Liquiditätssituation, aber die Verluste seien mittlerweile zu hoch. Ohne strategische und strukturelle Maßnahmen, die von vielen Beteiligten einiges abverlangten, werde aber kein Krankenhaus seine Zukunft langfristig sichern können.

Auch der längerfristige Ausblick bleibt angespannt: Rund zwei Drittel der Häuser rechnen bis Ende 2029 mit schlechteren Jahresergebnissen und einer weiteren Verschlechterung ihrer Liquidität. Bis 2031 hellt sich die Erwartung nur teilweise auf: Knapp die Hälfte geht weiterhin von rückläufigen Ergebnissen aus, während lediglich jedes vierte Krankenhaus eine Verbesserung erwartet.

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