Zahl der Krankenhausinsolvenzen leicht rückläufig

Berlin – Im vergangenen Jahr haben 22 Krankenhäuser Insolvenz anmelden müssen. Dazu gehören 26 Krankenhausstandorte. Das zeigen aktuelle Zahlen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG).
Überwiegend von den Insolvenzverfahren betroffen waren freigemeinnützige Krankenhäuser (13 Standorte). Danach folgten öffentliche (acht) und private Klinikstandorte (fünf). Knapp 13.500 Krankenhausmitarbeitende arbeiten nach Aussagen der DKG an den 26 Standorten.
Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Zahl leicht gesunken. 2024 waren mindestens 24 Krankenhäuser insolvent (30 Krankenhausstandorte). 2023 gab es noch 29 neu eröffnete Insolvenzverfahren mit 34 betroffenen Klinikstandorten.
Zwei der im Jahr 2025 eröffneten Insolvenzverfahren endeten bereits mit der Schließung, bei drei weiteren Verfahren konnte der Klinikbetrieb fortgeführt werden, erklärte ein DKG-Sprecher dem Deutschen Ärzteblatt.
Insgesamt seien im vergangenen Jahr sechs insolvente Kliniken geschlossen worden, darunter auch Verfahren, die in den Vorjahren eröffnet wurden, sagte der Sprecher weiter. „Die meisten der 2025 eröffneten Verfahren laufen aber noch.“
Zu den Schließungen gehört etwa die im Februar insolvent gegangenen DRK-Klinik im saarländischen Mettlach. Die Klinik musste Ende Juni aufgeben. Im November hatte zudem das insolvente Krankenhaus Maria Stern im rheinland-pfälzischen Remagen den Betrieb eingestellt. Auch das private Herzzentrum Bodensee hat im Juli 2025 Insolvenz angemeldet und soll geschlossen werden.
Weiter gab es Betriebseinstellungen, die ohne vorherige Insolvenzverfahren vollzogen worden sind, dazu gehört etwa das Luisenkrankenhaus in Düsseldorf, das Ende des Jahres den Betrieb aufgegeben hat. Auch die Helios Klinik in Schkeuditz wurde Ende Mai 2025 in Leipzig geschlossen.
Weitere Schließungen sind geplant, beispielsweise von der Helios Klinik im baden-württembergischen Breisach. Diese ist für Mitte 2026 vorgesehen, die Notaufnahme ist bereits seit Anfang des Jahres nicht mehr tätig.
Kommunen oder private Investoren springen häufig ein
Viele Insolvenzverfahren enden aber nicht mit der Aufgabe. Häufig springen Kommunen oder Landkreise ein oder stützen die Kliniken mit zusätzlichen finanziellen Mitteln. Das DRK-Krankenhaus Alzey hatte beispielsweise Anfang 2025 Insolvenz angemeldet, wurde aber zum 1. Juli vom Landkreis Alzey-Worms übernommen. Der Klinikbetrieb läuft weiter.
Teilweise übernehmen aber auch private Investoren bereits bestehende Klinikstrukturen, etwa bei der Diakoneo Klinik Schwabach, die im Sommer Insolvenz anmelden musste. Der private Investor Navicare-Med will den Grundversorger hin zu einer Fachklinik mit den Schwerpunkten Geriatrie, Neurologie und Orthopädie verändern.
Zu den noch laufenden Insolvenzverfahren gehören zudem das Krankenhaus Geesthacht, das im Oktober 2025 erneut Insolvenz anmelden und das Krankenhaus Salem in Heidelberg, das ebenfalls erneut ein Insolvenzverfahren im November 2025 starten musste.
Für Schlagzeilen sorgte auch kürzlich das Jüdische Krankenhaus Berlin, das im Dezember Insolvenz angemeldet hatte. Weitere in 2025 begonnene Insolvenzverfahren: St. Joseph-Krankenhaus Prüm, DRK-Klinikum Saarlouis oder die Rotkreuzklinik Würzburg.
Neben den laufenden Insolvenzverfahren sind auch einige Fusionen und Zusammenschlüsse erfolgt. Berühmtes Beispiel ist der neue Verbund zwischen den Universitätskliniken Heidelberg und Mannheim, der zum 1. Januar 2026 vollzogen worden ist.
Der Entscheidung ging ein langer Rechtsstreit zwischen den Kliniken, dem Land Baden-Württemberg und dem Bundeskartellamt voraus. Letzteres hatte den Verbund eigentlich untersagt, weil die Zusammenlegung aber die Zielrichtung der Krankenhausreform verfolge, konnte sich das Land mit der Idee hingegen durchsetzen. Die Uniklinik Mannheim befand sich seit Jahren in einer finanziell schwierigen Lage.
Auch die Krankenhäuser im hessischen Korbach und Frankenberg sind zum 1. Januar 2026 zusammengeschlossen worden und verbleiben in kommunaler Trägerschaft. Die Klinik wird künftig Klinikum Waldeck-Frankenberg (KWF) heißen.
Zwischen Unikliniken und kleineren Krankenhäusern gibt es ebenfalls Fusionen. So haben sich etwa das Klinikum Karlsburg und die Universitätsmedizin Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern Anfang des Jahres zusammengetan. Die Universitätsmedizin Greifswald wird die Fachklinik für Herz- und Gefäßerkrankungen sowie das Diabeteszentrum in Karlsburg in ihre Konzernstruktur integrieren, informierte die Klinik im Spätsommer.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: