SPD: „Pille danach” soll rezeptfrei verfügbar sein
Berlin – Die „Pille danach” sollte nach Ansicht der SPD-Fraktion künftig ohne Verschreibung zugänglich sein. In einem am Dienstag in Berlin veröffentlichten Antrag fordert die SPD die Bundesregierung auf, die rechtlichen Voraussetzungen für die rezeptfreie Abgabe eines Medikaments mit dem Wirkstoff Levonorgestrel (LNG) zu schaffen.
In dem Antrag heißt es „mit der 'Pille danach' auf LNG-Basis kann eine ungewollte Schwangerschaft nach einem Anwendungsfehler einer Verhütungsmethode oder nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit großer Sicherheit vermieden werden”. Das Medikament wirke nicht, wenn sich die befruchtete Eizelle bereits eingenistet habe und führe demnach nicht zu einem Schwangerschaftsabbruch. Es sei somit ein wichtiges Mittel zur Prävention ungewollter Schwangerschaften und von Schwangerschaftsabbrüchen.
Die Abgeordneten fordern die Bundesregierung auf, noch in dieser Legislaturperiode eine Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung gemäß der Empfehlung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte vorzunehmen, damit Notfallkontrazeptiva mit dem Wirkstoff Levonorgestrel aus der Verschreibungspflicht entlassen werden.
Vor der Abgabe des Medikaments, das wegen Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Blutungen umstritten ist, solle eine Beratung in der Apotheke erfolgen. In einigen europäischen Ländern habe man seit 13 Jahren „gute Erfahrungen” mit dieser „niedrigschwelligen Notverhütungsmethode gemacht”, führt die SPD aus. Weltweit seien Mittel auf LNG-Basis in mindestens 79 Staaten rezeptfrei in Apotheken erhältlich.
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