Suizid: Lungenkrebspatienten tragen höheres Risiko als alle anderen Krebspatienten

Washington/New York – Lungenkrebs scheint unter den Tumoren eine besonders schwere seelische Belastung zu verursachen. Im Vergleich zu Patienten mit Darm-, Brust- oder Prostatakrebs traten bei Lungenkrebspatienten mit Abstand die meisten Suizide auf. Zu diesem Ergebnis kommen Forschervom Weill Cornell Medical College/New York Presbyterian Hospital in einer Datenerhebung, die sie bei der internationalen Konferenz der American Thoracic Society vorgestellt haben.
Das Team um Mohamed Rahouma hat dei Daten von mehr als 3,6 Millionen Patienten im Rahmen der Surveillance, Epidemiology, and End Results (SEER) ausgewertet. In einem Zeitraum von 40 Jahren standen 6.661 Suizide im Zusammenhang mit Krebserkrankungen.
Im Durchschnitt lag die Suizidrate bei Krebspatienten 60 Prozent höher als in der Normalbevölkerung. Bei Lungenkrebspatienten ermittelten die Forscher 420 Prozent mehr Suizide, Dickdarmkrebs war assoziiert mit 40 Prozent mehr Fällen, Brust- und Prostatakrebs mit 20 Prozent.
Auch innerhalb der Gruppe der Lungenkrebspatienten konnten Rahouma und seine Kollegen Unterschiede ausmachen. Am häufigsten nahmen sich Menschen aus Asien das Leben. Ihre Rate lag mindestens um das 13-fache höher im Vergleich zum Durchschnitt. Ebenfalls aus der Gruppe heraus stachen Männer mit einer um fast das Neunfache erhöhten Rate. Ein erhöhtes Risiko sollten Ärzte aber auch bei verwitweten und älteren Krebspatienten beachten.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: