Politik

Suizidprävention und Pflegelotsen in niedersächsische Gesundheitsregionen aufgenommen

  • Montag, 27. November 2017
Carola Reimann (SPD), neue Gesundheitsministerin in Niedersachsen
Carola Reimann (SPD), neue Gesundheitsministerin in Niedersachsen /dpa

Hannover – Suizidprävention für Kinder und Jugendliche im Landkreis Peine, interkul­tu­relle Pflegelotsen im Raum Osnabrück oder Kurse für Studenten zur Landarzt­gewinnung in der Region Jade-Weser. Das Gesundheitsministerium in Niedersachsen hat acht Projekte ausgewählt, die mit bis zu 100.000 Euro angeschoben werden.

Die neue niedersächsische Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) kündigte an, die mittlerweile 35 Gesundheitsregionen im Land weiter zu stärken. Reimann hat zum 22. November in der neuen SPD-geführten Landesregierung das Ministerium von Cornelia Rundt (SPD) übernommen.

Ärztekammer und KV mit im Boot

Seit 2014 sind laut Ministerium in Niedersachsen Projekte im Umfang von 1,6 Milli­o­nen Euro in den Gesundheitsregionen unterstützt worden. Neben dem Land beteiligen sich die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN), die Verbände der gesetz­lichen Krankenkassen sowie seit Neuestem auch die Ärztekammer Niedersachsen an der Förderung. Bei den Gesundheitsregionen geht es darum, auf kommunaler Ebene Lösungen für spezifische Probleme zu finden. Dabei werden unterschiedlichste Akteure wie Ärzte, Apotheker, Krankenhäuser, Pflegepersonal, aber auch Schulen und Vereine an einen Tisch gebracht.

In der Gesundheitsregion Leer ist bereits erfolgreich ein Patientenbus unterwegs, der Kranke zu Hause abholt und in die Praxen bringt. Jetzt wird in dem ostfriesischen Landkreis ein neues Projekt gefördert, das die augenärztliche Versorgung auf der Insel Borkum verbessern soll. Ziel ist ein telemedizinisches Netzwerk zwischen Patienten, der Inselklinik sowie Haus- beziehungsweise Fachärzten auf der Insel und auf dem Festland. Die digitale Vernetzung werde in den kommenden zwei, drei Jahren die große Herausforderung für die Gesundheitsregionen sein, sagte der Vorstandsvorsitzende der AOK Niedersachsen, Jürgen Peter.

Unterstützt werden in dieser Förderrunde auch mehrere Projekte zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. 15 bis 21 Prozent der Kinder seien psychisch auffällig, sagte Reimann. Ohne frühzeitige Unterstützung werde ein guter Start ins Erwachsenenleben nicht gelingen.

Die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Martina Wenker, hob hervor, dass sich die regionalen Netzwerke zu einem bestimmten Problem oft auch auf andere Themen beziehungsweise Regionen ausweiten. So startete bereits 2010 in Niedersachsen ein Modellprojekt zur Entlastung von Hausärzten in dünn besiedelten Gebieten. Dabei übernehmen Medizinische Fachangestellte routinemäßige Hausbesuche, bei denen etwa Blut abgenommen wird. Dieses Modell hat sich bundesweit etabliert und gehört den Experten zufolge inzwischen zur Regelversorgung.

dpa

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