Tarifverhandlungen für Ärzte in kommunalen Kliniken fortgesetzt

Berlin – Im Tarifstreit für rund 55.000 Ärzte an kommunalen Kliniken wird seit heute in Berlin wieder verhandelt. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) suchen nach einer Lösung im Streit um die Arbeits- und Tarifbedingungen für die Mediziner an bundesweit mehr als 500 kommunalen Krankenhäusern. Es ist die mittlerweile fünfte Verhandlungsrunde.
Mit mehreren Warnstreiks hatten die Ärzte in den vergangenen Wochen Druck gemacht. Der Marburger Bund fordert weniger Bereitschaftsdienste, zwei arbeitsfreie Wochenenden im Monat, fünf Prozent mehr Gehalt und eine elektronische Arbeitszeiterfassung in den Kliniken für die Ärzte. „Die Gespräche sind wie erwartet intensiv“, sagte ein Sprecher des Marburger Bundes heute. Er schloss nicht aus, dass die Verhandlungen auch noch morgen weitergehen.
Die Ärztegewerkschaft droht für den Fall eines Scheiterns mit einem unbefristeten Streik an den kommunalen Kliniken. Die Arbeitgeber müssten sich in dieser Verhandlungsrunde substanziell bewegen. „Andernfalls wird eine Urabstimmung über einen unbefristeten Streik nicht zu vermeiden sein“, sagte die hessische Landesvorsitzende des Marburger Bundes, Susanne Johna.
Die Arbeitgeber hatten nach der letzten Runde Anfang Mai für sich in Anspruch genommen, „in schwierigen und detaillierten Verhandlungen sehr kompromissbereit“ gewesen zu sein. „Eine Einigung war greifbar nah“, hatte Verhandlungsführer Dirk Tenzer gesagt und angekündigt, dass die verbliebenen Punkte in der nächsten Verhandlungsrunde gelöst werden könnten.
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