Tausende Indonesier warten nach tödlichem Erdbeben auf Hilfe

Ruteng – Nach einem schweren Erdbeben mit dutzenden Todesopfern auf der indonesischen Insel Flores haben gestern tausende Überlebende auf Hilfe gewartet. Hunderte Gebäude wurden bei dem Erdstoß der Stärke 7,7 vorgestern beschädigt, rund 5.000 Menschen mussten nach Behördenangaben ihre Häuser verlassen.
Experten zählten fast 1.000 Nachbeben. Betroffene Gebiete waren von der Stromversorgung abgeschnitten, mindestens eine wichtige Zufahrtsstraße war nach einem Erdrutsch unpassierbar. Die Zahl der Todesopfer stieg auf mindestens 53, mehr als 130 Menschen wurden verletzt.
In der Stadt Ruteng wurde das Krankenhaus schwer beschädigt, Patienten wurden in eilig aufgestellte Zelte verlegt. In einem zum Operationssaal umfunktionierten intakt gebliebenen Lagerraum erhielt eine Schwangere einen Not-Kaiserschnitt.
Nach Angaben des Katastrophenschutzes waren gestern mindestens fünf Hubschrauber, mehrere Flugzeuge, ein Marineschiff und weitere Schiffe auf dem Weg ins Erdbebengebiet. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz und Roten Halbmond (IKRK) kündigte einen Hilfseinsatz an.
Die indonesische Regierung entsandte 275 Tonnen Hilfsgüter. Benötigt wurden nach Angaben der Rettungskräfte vor allem Zelte, Decken, Feldbetten, sauberes Trinkwasser, Stromgeneratoren sowie Lebensmittel und Medikamente.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bot an, die Such- und Rettungseinsätze mit Hilfe des Copernicus-Satellitenprogramms zu unterstützen.
Indonesien liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, wo mehrere Erdplatten zusammenstoßen. Es kommt daher häufig zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen. 1992 kamen bei einem Beben der Stärke 7,7 auf Flores rund 2.500 Menschen ums Leben.
Im Dezember 2006 ereignete sich vor der Küste der indonesischen Insel Sumatra ein schweres Beben der Stärke 9,1. Der dadurch ausgelöste Tsunami kostete in Südostasien etwa 220.000 Menschen das Leben, allein in Indonesien starben 170.000 Menschen.
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