Politik

Teilnahme am DMP Osteoporose künftig auch für Männer ab 50 Jahren möglich

  • Donnerstag, 16. April 2026
/crevis, stock.adobe.com
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Berlin – Das Disease-Management-Programm (DMP) Osteoporose wird aktualisiert und soll künftig sowohl Frauen als auch Männern ab 50 Jahren zur Verfügung stehen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) heute einstimmig beschlossen. Zuvor waren in das strukturierte Behandlungsprogramm nur Frauen ab 50 Jahren eingeschlossen, Männer durften erst ab 60 Jahren teilnehmen.

Um am DMP Osteoporose teilnehmen zu können, wird künftig außerdem eine Indikation für eine spezifische medikamentöse Osteoporosetherapie gebraucht. Die Kriterien für die Indikationsstellung hat der G-BA auf Grundlage der S3-Leitlinie Prophylaxe, Diagnostik und Therapie bei Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und bei Männern ab dem 50. Lebensjahr angepasst.

Osteoporose muss demnach medikamentös behandelt werden, wenn entweder das Risiko einer proximalen Femurfraktur oder Wirbelkörperfraktur innerhalb der nächsten drei Jahre mindestens bei fünf Prozent liegt oder es beträgt drei Prozent, wobei parallel irreversible Risikofaktoren oder ein sehr hohes Risiko für eine unmittelbar bevorstehenden Fraktur vorliegen. Wie auch bisher gilt die Indikation bei einer manifesten Osteoporose mit bestehender osteoporotischer Fraktur.

Die Koordination des DMP soll auch nach der Aktualisierung weiterhin über Hausärzte oder Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie beziehungsweise Orthopädie erfolgen. In Ausnahmefällen können künftig allerdings auch Fachärzte für Gynäkologie und Geburtshilfe, Innere Medizin und Endokrinologie, Diabetologie und Rheumatologie ohne Zusatzqualifikation die Koordinierung übernehmen.

Ausnahmefälle liegen vor, wenn ein Patient vor Einschreibung in das DMP bereits dauerhaft bei einem Facharzt in Behandlung war oder dies aus medizinischen Gründen notwendig ist. Weitere Änderungen betreffen die Empfehlungen zur spezifischen medikamentösen Therapie: Hier wurden die Wirkstoffe Abaloparatid und Romosozumab ergänzt.

Wenn das Bundesgesundheitsministerium (BMG) nach Prüfung des Beschlusses nichts zu beanstanden hat, gelten die Neuerungen voraussichtlich ab dem 1. Oktober 2026. Leistungserbringer müssen die Verträge zum DMP innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten anpassen. Das strukturierte Behandlungsprogramm zur Osteoporose war 2020 auf den Weg gebracht worden und kann von Patientinnen und Patienten derzeit in 14 deutschen Regionen in Anspruch genommen werden.

Daneben wurde im Gemeinsamen Bundesausschuss heute außerdem über eine Änderung der DMP-Anforderungen-Richtlinie bezüglich digitaler medizinischer Anwendungen gesprochen. Im Plenum wurde einstimmig beschlossen, dass die Verordnungsfähigkeit digitaler medizinischer Anwendungen für Patientinnen und Patienten, die an DMP teilnehmen, nicht eingeschränkt wird.

nfs

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