Ärzteschaft

Terminservicestellen vermitteln Termine oft sehr rasch

  • Freitag, 27. Februar 2026
/magic vector, stock.adobe.com
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Berlin – Die Wartezeiten auf einen fachärztlichen- oder einen Psychotherapie-Termin sind nach der Vermittlung über eine Terminservicestelle (TSS) der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) häufig kurz. Das zeigt eine Auswertung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi).

Danach vergaben die TSS im Jahr 2025 1,84 Millionen Termine, die Patienten auch im Nachhinein nicht abgesagt haben. Die durchschnittliche Wartezeit betrug 8,6 Tage. 91 Prozent der Versicherten konnten in weniger als 28 Tagen vermittelt werden.

Die ausgewerteten Daten zeigen, dass auch bei Terminen in der üblicherweise stark nachgefragten Radiologie, auf die etwa 400.000 Buchungen entfielen, eine durchschnittliche Wartezeit von lediglich sieben Tagen anfiel. In der Radiologie sind 90 Prozent der Patienten in höchstens 17 Tagen vermittelt worden.

In der Psychotherapie wurde ein ähnliches Volumen der vermittelten Termine wie in der Radiologie dokumentiert – die durchschnittliche Wartezeit lag hier bei nur sechs Tagen.

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Die vom Zi ausgewerteten Vermittlungsdaten der Servicenummer 116117 bilden aber nicht alle Termine in Deutschland ab, sondern nur jene, die aktiv über diesen Service vermittelt worden sind, weil Patienten im direkten Kontakt zu ihren jeweiligen Arzt- oder Psychotherapiepraxen keinen Erfolg hatten.

Die Zi-Auswertung hat auch ergeben, dass mehr als 1,4 Millionen gemeldete Termine im vergangenen Jahr nicht vermittelt werden konnten, weil diese von Versicherten nicht nachgefragt wurden.

Laut dem Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried zeigt dies, „dass in diesem Terminbuchungsportal noch deutlich mehr Potenzial liegt – wenn es denn in Zukunft noch intensiver genutzt wird und die Vergütungsanreize bestehen bleiben.“

Forderungen, die im Rahmen von Terminservicestellen- oder Hausarztvermittlungsfällen extrabudgetär vergüteten Leistungen zu streichen, gingen „genau in die falsche Richtung“.

„Wer die vergleichsweise geringen Wartezeiten in Deutschland nicht ohne Not verlängern möchte, sollte darauf achten, dass der derzeitige, durchaus schnelle Zugang und die hierfür notwendigen Vergütungsvoraussetzungen erhalten bleiben“, betonte der Zi-Vorstandsvorsitzende.

hil

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