Ausland

Tote bei Anschlag auf Sicherheitskräfte für Impfkampagne in Pakistan

  • Mittwoch, 30. November 2022
Ermittler sammeln Beweise am Ort eines Selbstmordattentats am Rande von Quetta. /picture alliance, AP, Arshad Butt
Ermittler sammeln Beweise am Ort eines Selbstmordattentats am Rande von Quetta. /picture alliance, AP, Arshad Butt

Islamabad – Bei einem Anschlag auf Sicherheitskräfte für eine Polio-Impfkampagne in Pakistan sind heute min­destens drei Menschen ums Leben gekommen, darunter nach Polizeiangaben auch der Attentäter.

Mindestens 23 weitere Personen wurden bei dem Anschlag in der westlichen Stadt Quetta in der Provinz Balu­chis­tan verletzt, darunter 20 Polizisten, wie die Polizei heute erklärte.

Bei den Toten soll es sich um einen Polizisten, ein Kind sowie um den Attentäter handeln. Die Bombe traf dem­nach ein Auto, welches Polizisten beförderte, die eine Polio-Impfkampagne bewachen sollten. Zu dem Anschlag bekannten sich die pakistanischen Taliban (TTP) in einer Mitteilung.

Die militanten Islamisten hatten erst vorgestern eine im Mai vereinbarte Waffenruhe mit der Regierung für be­endet erklärt und ihre Kämpfer zu Anschlägen im ganzen Land aufgerufen. Die TTP ist eine Dachorganisation militanter islamistischer Gruppen, die mehrere Tausend Kämpfer umfassen sollen.

In der Vergangenheit verübten Extremisten in Pakistan mehrfach Anschläge auf Impfkampagnen. Militante Isla­misten betrachten die Impfungen gegen Polio teils als westliche Verschwörung zur Sterilisierung von Kindern.

Pakistan gehört zu den wenigen Ländern der Welt, wo es noch neue Übertragungen von Kinderlähmungen gibt.

Nachdem es 2021 nur einen nachgewiesenen Polio-Fall in Pakistan gegeben hatte, stiegen die Zahlen in diesem Jahr wieder an. Erst im November hatten die Behörden daher eine neue Impfkampagne gegen Kinderlähmung gestartet.

dpa

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