Umfassende S3-Leitlinie zum Mammakarzinom vorgelegt

Würzburg – Im Leitlinienprogramm Onkologie ist eine neue Version der S3-Leitlinie „Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms“ erschienen. Sie umfasst fünf neu strukturierte Kapitel mit 27 Modulen, die für jede Phase der Erkrankung wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen bereitstellen.
Die Leitliniengruppe um Achim Wöckel, Direktor der Frauenklinik am Uniklinikum Würzburg (UKW), und Ute-Susann Albert, ebenfalls UKW, hat die Schlüsselfragen teilweise neu formuliert, ergänzt und konkretisiert sowie anhand aktueller klinischer und wissenschaftlicher Entwicklungen angepasst.
„Durch die neue Struktur ist die Leitlinie übersichtlicher und einfacher nutzbar. Zudem können nun einzelne Teile der Leitlinie schneller aktualisiert werden – nach dem Prinzip einer ‚lebenden Leitlinie‘, die sich laufend weiterentwickelt“, erläuterte Wöckel.
Die Leitlinie greift neue Entwicklungen und Zielgruppen auf: Die Arbeitsgruppe hat zum Beispiel eigene Module zu Brustkrebs bei Transgenderpersonen, zur Brustrekonstruktion mit modernen Operationsmethoden sowie zu seltenen Tumorformen aufgenommen.
Umfassend überarbeitet wurden die Abschnitte zu früh erkanntem Brustkrebs sowie Rückfälle oder Metastasen Dabei fanden neue Empfehlungen zu zielgerichteten Medikamenten Eingang, die es in der vorherigen Version noch nicht gab.
In den Bereichen Operation und Strahlentherapie wurde ergänzt, welche Schritte vor oder nach einer medikamentösen Therapie sinnvoll sind. Ebenfalls aktualisiert wurden die Empfehlungen zur Früherkennung und Mammographie, zur Diagnose bei auffälligen Befunden und zur Abklärung bei familiärem Risiko.
Die Leitlinie berücksichtigte auch die Psychoonkologie sowie Lebensstilfragen inklusive der Ernährung und Bewegung sowie komplementäre Maßnahmen wie die Akupunktur.
Auch für ältere Patientinnen sowie für die Palliativmedizin und Supportivtherapie bei fortgeschrittener Erkrankung wurden die Empfehlungen spezifiziert. Neu aufgenommen wurden zudem Informationen zur Gesundheitskompetenz, etwa im Umgang mit digitalen Gesundheitsangeboten.
Die Federführung der Leitlinie haben die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG), die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) sowie die Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) übernommen. Zahlreiche weitere Fachgesellschaften, Berufsverbände sowie Vertreterinnen von Patientinnenorganisationen haben sich an der Arbeit beteiligt.
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