Vermischtes

Umweltbundesamt warnt vor steigenden Ozonwerten

  • Mittwoch, 27. Mai 2026
/Kara, stock.adobe.com
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Dessau-Roßlau – Die Ozonwerte in Deutschland verschieben sich zunehmend in einen gesundheitsrelevanten Bereich, auch wenn extreme Spitzen seit den 1990er-Jahren weniger geworden sind.

„Wir stellen einen Anstieg im mittleren Konzentrationsbereich fest“, sagte Ute Dauert vom Umweltbundesamt. „Das heißt, die ganz hohen Werte sind weg, aber auch die ganz niedrigen Werte“, so die Leiterin des Fachgebiets für die Beurteilung der Luftqualität.

Die sogenannten Vorläuferstoffe, aus denen Ozon gebildet wird, seien in den vergangenen Jahrzehnten erfolgreich reduziert worden, so die Expertin. Dazu gehörten etwa Stickoxide, hauptsächlich aus dem Straßenverkehr. Damit gehe auch eine niedrigere Ozonbelastung einher. „Wenn es im Sommer sehr heiß ist, kann es dennoch sein, dass erhöhte Ozonwerte auftreten, aber es ist deutlich seltener.“

Das Gas bildet sich in den unteren Luftschichten der Atmosphäre bei intensiver Sonneneinstrahlung, wenn Sauerstoff und Luftverunreinigungen reagieren. Daher kann die Belastung vor allem während sonniger Hitzeperioden im Sommer steigen, auch wenn mehr Hitze nicht automatisch zu mehr Ozon führt.

Paradoxerweise werde durch den Rückgang der Emissionen aber auch weniger Ozon abgebaut, da die Stickoxide auch am Abbau beteiligt seien. „Dadurch verschiebt sich die Verteilung der Werte in die Mitte und da sind wir in einem gesundheitsrelevanten Bereich.“

Das Reizgas kann zu Entzündungen und Beschwerden der Atemwege sowie Reizungen der Augen führen. Das betrifft der Expertin zufolge vor allem Menschen mit Vorerkrankungen wie Asthma, aber auch etwa zehn bis 15 Prozent der übrigen Bevölkerung reagierten empfindlich darauf.

Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen 100 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter im Acht-Stunden-Mittel würden in Deutschland nicht eingehalten, so die Expertin. Der Klimawandel könne zusätzlich zur Erhöhung beitragen. „Allerdings werden die Stickoxide und andere Verbindungen ja weiterhin gemindert. Durch diese Minderung an Emissionen könnten wir das, was der Klimawandel verursachen könnte, kompensieren.“

kna

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