Universitätskliniken erneut von Warnstreiks betroffen

Berlin – Bundesweit befinden sich auch in dieser Woche Mitarbeiter an mehreren Universitätskliniken im Ausstand. Die Gewerkschaft Verdi will im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes der Länder weiter Druck machen. Die Tarifpartner wollen ihre Verhandlungen am 11. Februar in Potsdam fortsetzen.
Morgen stehen in Nordrhein-Westfalen Arbeitsniederlegungen an sechs Universitätskliniken in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster an. Auch an vielen Hochschulen sind Warnstreiks geplant.
Patienten müssen mit Einschränkungen rechnen. Verdi hatte bei ähnlichen Aktionen bereits erklärt, dass ein Teil der Operationen entfallen könnte. Mit Notdienstvereinbarungen sei jedoch gewährleistet, dass dringliche Fälle versorgt werden. Die Kliniken informieren die betroffenen Patienten.
Patienten des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) müssen bereits seit heute mit Einschränkungen leben. „Der Warnstreik hat bereits spürbare Auswirkungen im planbaren Bereich“, sagte ein Kliniksprecher. Das betreffe insbesondere nicht-notfallmäßige Eingriffe. Es komme zu erheblichen Anpassungen und Verschiebungen.
„Sollte es wie angekündigt zu vier Streiktagen in Folge kommen, ist davon auszugehen, dass die Auswirkungen zunehmen“, sagte der Sprecher. „Das bedeutet für viele Patientinnen und Patienten, dass geplante Eingriffe und Termine verschoben werden müssen; zugleich wirkt sich das auch auf das wirtschaftliche Ergebnis des UKSH aus.“
Auch an den Universitätskliniken in Greifswald und Rostock sind Teilbereiche erneut bestreikt worden. In Greifswald seien die Psychiatrie und die OP-Pflege betroffen. Etwa 30 Mitarbeiter beteiligten sich an den Warnstreiks, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi.
In Rostock seien schätzungsweise 100 Beschäftigte im Warnstreik. Dort habe das Auswirkungen auf die OP-Anästhesie, die Physiotherapie und den Versorgungsbereich, zu dem unter anderem der Sterilisationsdienst, Kurierdienste und die Lagerhaltung zählten.
In Rostock stand der Warnstreik zunächst unter Vorbehalt, denn das Arbeitsgericht befasste sich am Vormittag mit einem Antrag der Universitätsmedizin Rostock auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen die Warnstreiks, die sich bis Freitag hinziehen sollten. Beide Seiten verständigten sich auf eine Aussetzung des Streiks morgen, wie Unimedizin und Verdi übereinstimmend mitteilten.
Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder gehen am 11. Februar in die dritte Runde. Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich zusätzlich, um untere Lohngruppen zu stärken. Das lehnen die Arbeitergeber ab.
Direkt verhandelt wird laut Verdi für mehr als 900.000 Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder außer für Hessen, das eigenständig verhandelt. Das Tarifergebnis soll später auf die Landes-Beamten und Versorgungsempfänger übertragen werden, so dass auch diese rund 1,3 Millionen Menschen betroffen sind.
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