Hochschulen und Unikliniken werden in Teilen Deutschlands bestreikt

Berlin – Der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst setzt sich in dieser Woche fort. Die Gewerkschaft Verdi hat für Hochschulen und Universitätskliniken Streiks weitere angekündigt.
Verdi will mit den bundesweiten Arbeitsniederlegungen im Gesundheitswesen ihre Tarifforderung von sieben Prozent beziehungsweise mindestens 300 Euro mehr Gehalt für die 860.000 Beschäftigten der Länder untermauern.
Die Verhandlungen zwischen der Tarifgemeinschaft der Länder und Verdi hatten im Dezember begonnen und sind bislang ergebnislos verlaufen. Die Länder argumentieren, dass die Erfüllung der Gewerkschaftsforderungen bundesweit direkte Mehrkosten von vier Milliarden Euro verursachen würde.
Da die Tarifabschlüsse üblicherweise im Anschluss auch weitgehend auf gut 2,5 Millionen Beamte in Ländern und Kommunen übertragen werden, würden sich die Gesamtkosten laut Tarifgemeinschaft der Länder auf mehr als zwölf Milliarden Euro belaufen.
In Bayern gibt es zum Beispiel eine dreitägige Warnstreikrunde an allen sechs Universitätskliniken. Den Auftakt machte das Universitätsklinikum Erlangen, morgen sollten weitergehende Arbeitsniederlegungen an den zwei Münchner Unikliniken sowie in Augsburg, Würzburg und Regensburg folgen. Enden sollen die Protestaktionen übermorgen.
Auch Beschäftige der Universitäten Göttingen und Braunschweig wollen ihre Arbeit niederlegen. Unter anderem sollen wissenschaftliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gezielt Lehrveranstaltungen fernbleiben, wie Verdi mitteilte.
Für die Uni Göttingen wird gleich zu einer ganzen Streikwoche aufgerufen. Bei dem Warnstreik sollen von heute bis Freitag studentische Beschäftigte ihre Arbeit niederlegen. Wissenschaftliche Mitarbeiter sollen einzelne Lehrveranstaltungen bestreiken.
Morgen und übermorgen ist zudem ein Warnstreik am Göttinger Universitätsklinikum geplant, wie die Einrichtung mitteilte. Die Medizinische Hochschule Hannover kündigte in dem Zusammenhang Einschränkungen und Wartezeiten an.
Und auch im Norden gibt es Ausstände. Patienten am Uniklinikum Schleswig-Holstein müssen sich morgen und übermorgen in Kiel und Lübeck auf Einschränkungen einstellen. Nach Gewerkschaftsangaben sind von den Warnstreiks neben dem UKSH auch Hochschulen und Studierendenwerke betroffen.
Die Notfallversorgung soll jederzeit gewährleistet bleiben, doch kann es an betroffenen Kliniken laut Verdi zu Verschiebungen planbarer Eingriffe und Termine kommen.
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