Ausland

UNO und Rotes Kreuz beklagen Gräueltaten gegen Zivilisten in Al-Faschir

  • Montag, 3. November 2025
/picture alliance, ASSOCIATED PRESS, HO
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Genf – Nach der Einnahme der sudanesischen Stadt Al-Faschir durch die RSF-Miliz haben sich die UNO, die UN-Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Rote Kreuz (DRK) alarmiert gezeigt angesichts der Lage der Zivilisten in der Stadt.

„Wir haben schreckliche Berichte über Massenhinrichtungen, Massenmorde, Vergewaltigungen, Angriffe auf humanitäre Helfer, Plünderungen, Entführungen und Zwangsumsiedlungen erhalten“, sagte der Sprecher des UN-Menschenrechtsbüros, Seif Magango. Er rechne damit, dass hunderte Zivilisten getötet worden seien.

Das UN-Menschenrechtsbüro habe „schockierende“ Videos und Bilder erhalten, die „schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht und grobe Verletzungen der Menschenrechte zeigen“, sagte Magango von der kenianischen Hauptstadt Nairobi aus zu Journalisten in Genf.

Die RSF-Miliz teilte derweil mit, dass einige ihrer Kämpfer, denen Misshandlungen während der Einnahme der Stadt vorgeworfen wurden, festgenommen worden seien.

Die mit der offiziellen sudanesischen Armee rivalisierende Miliz „Rapid Support Forces“ (RSF) hatte Al-Faschir im Westen des Landes kürzlich nach einer rund 18-monatigen Belagerung eingenommen. Die sudanesische Armee warf der RSF-Miliz die Hinrichtung von mehr als 2.000 unbewaffneten Zivilisten vor. Augenzeugen, die aus der Stadt geflohen waren, berichteten von „Szenen eines Völkermords“.

Al-Faschir ist seitdem vom Rest der Welt abgeschnitten, doch die UNO erklärte, „verängstigte“ Menschen, die es in die nahegelegene Stadt Tawila geschafft haben, hätten von den Gräueltaten berichtet.

Die WHO gab derweil Einzelheiten zum Angriff auf die saudi-arabische Geburtsklinik in Al-Faschir bekannt, bei dem am vergangenen Dienstag 460 Menschen getötet worden seien. Zunächst sei das Gesundheitspersonal entführt worden, später habe es „mehrere Morde“ gegeben, erklärte ein WHO-Sprecher. Schließlich seien die Angreifer zurückgekommen und hätten alle hinrichtet, darunter viele Zivilisten, die in dem Krankenhaus Zuflucht gesucht hatten.

Die Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Mirjana Spoljaric, beklagte, dass Einrichtungen, „die einst der Rettung von Menschenleben dienten, zu Schauplätzen des Todes und der Zerstörung geworden sind“.

Bei dem im April 2023 entbrannten Konflikt im Sudan stehen sich die Armee von Militärherrscher al-Burhan und die RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo gegenüber. Seither wurden bei den Kämpfen zehntausende Menschen getötet, rund zwölf Millionen Menschen mussten aus ihren Heimatregionen fliehen. In dem nordostafrikanischen Land herrscht nach Einschätzung der UNO die schwerste humanitäre Krise der Welt.

afp

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