US-Präsident Trump will Produktion von Glyphosat unterstützen

Washington – US-Präsident Donald Trump will die Produktion des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat unterstützen. Trump stufte den umstrittenen Unkrautvernichter gestern per Dekret als unverzichtbar für die Ernährungssicherheit der USA ein.
Das Weiße Haus erklärte, Herbizide auf der Basis von Glyphosat würden in der Landwirtschaft viel genutzt. Da es aber nur einen inländischen Hersteller gebe, seien die USA auf Importe angewiesen. Trumps Dekret fordert den US-Landwirtschaftsminister nun auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die Produktion von Glyphosat und Phosphor in den USA zu erleichtern. Phosphor wird als Rohstoff für die Herstellung von Glyphosat, aber auch für militärische Zwecke genutzt.
Die Bayer-Tochter Monsanto hatte in den USA vorgestern einen milliardenschweren Vergleich zur Beilegung der Klagen zu Glyphosat geschlossen. Im Rahmen des Sammelvergleichs werde Monsanto – nach Genehmigung durch ein US-Gericht – über bis zu 21 Jahre insgesamt maximal 7,25 Milliarden Dollar (6,13 Milliarden Euro) auszahlen, teilte Bayer mit. Dafür sollten „sowohl anhängige als auch mögliche künftige Klagen“ wegen des möglichen Krebsrisikos durch das Mittel beigelegt werden.
In den USA sind mehrere zehntausend Klagen gegen Monsanto wegen mutmaßlicher Gesundheitsschäden anhängig. Das Unternehmen verspricht sich durch den nun mit den Klägern vereinbarten Vergleich eine Entlastung und mehr Planungssicherheit – ein „Schuldeingeständnis“ sei damit nicht verbunden, betonte Bayer.
Glyphosat kann die Umwelt beeinträchtigen und steht im Verdacht, krebserregend zu wirken. Verbraucher- und Umweltorganisationen protestieren deshalb seit Jahren gegen den Einsatz des Unkrautvernichters. Weltweit ist Glyphosat der am meisten verwendete Inhaltsstoff in Pestiziden und steckt vor allem in Unkrautbekämpfungsmitteln wie dem Mittel Roundup des Herstellers Monsanto.
Die Internationale Agentur für Krebsforschung (Iarc) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft den Roundup-Inhaltsstoff Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend beim Menschen ein. Bayer hält dem Studien und behördliche Genehmigungen entgegen, die bewiesen, dass das Unkrautvernichtungsmittel sicher sei. Auch die US-Umweltbehörde EPA stuft Glyphosat als unbedenklich ein.
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