Ärzteschaft

Verbände drängen auf politische Förderung regionaler Versorgungsinitiativen

  • Dienstag, 22. September 2026
/peterschreiber.media, stock.adobe.com
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Berlin – Regionen sollten in der Gesundheits- und Pflegeversorgung mehr Verantwortung und Gestaltungsspielraum erhalten. Das fordern der Bundesverband der Arzt-, Praxis- und Gesundheitsnetze (ADA), der Bundesverband Managed Care (BMC), die Deutsche Gesellschaft für Integrierte Versorgung im Gesundheitswesen (DGIV) und das Netzwerk Deutsche GesundheitsRegionen (NDGR) in einem gemeinsamen Positionspapier.

Vorgeschlagen werden unter anderem Regionalbudgets, die schnellere Überführung erfolgreicher Projekte in die Regelversorgung und eine Öffnung positiv evaluierter Selektivverträge für alle Versicherten einer Region, wenn sich mehr als 60 Prozent der Krankenkassen beteiligen.

Nach Auffassung der Verbände stößt das bestehende Versorgungssystem angesichts von Fachkräftemangel, demografischem Wandel und steigenden Versorgungsbedarfen zunehmend an Grenzen. Als zentrale Hürde nennen sie die starke sektorale Trennung des Systems.

Dieses erschwere die interprofessionelle und patientenorientierte Vernetzung. Zudem seien Unterstützungsangebote für chronisch Kranke, Menschen mit Behinderungen, Ältere, Pflegebedürftige sowie pflegende Angehörige häufig unzureichend koordiniert. Als Folgen nennt das Papier unter anderem Doppeluntersuchungen, vermeidbare Krankenhausaufenthalte und unnötige Unterbringungen in stationärer Pflege. 

Regionale Verbünde könnten laut den vier Partnern dazu beitragen, die Versorgung besser zu koordinieren und vorhandene Ressourcen wirksamer einzusetzen. Dafür setzen sie unter anderem auf Case- und Care-Management, Prävention und Früherkennung, integrierte Versorgung sowie digitale Plattformen, Telemedizin und digitale Versorgungspläne.

Ein zentrales Problem sehen die Verbände aber darin, dass erfolgreich erprobte Modelle häufig nicht dauerhaft in die Regelversorgung überführt würden. Als Gründe nennt das Papier fehlende rechtliche Rahmenbedingungen, unzureichende Finanzierung und nicht klar geregelte Wege für die Verstetigung.

Ziel sei es daher, Regionen dauerhaft als eigenständige Verantwortungs- und Steuerungsebene zu etablieren und ihnen klare Entscheidungskompetenzen sowie möglichst eigene Regionalbudgets zu geben, so die Forderung der Verbände.

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