Verletzungsprävention im Leistungssport zu wenig verankert

Berlin – Die Prävention von Verletzungen kommt im Leistungssport bei Training und Wettkampf zu kurz. Das berichteten die Vorstände der Stiftung Sicherheit im Sport, David Schulz und Claus Weingärtner, vor dem Sportausschuss des Deutschen Bundestages. Ob und wie entsprechende präventive Maßnahmen umgesetzt werde, ist ihrer Aussage nach allerdings davon abhängig, welche Sensibilität, welche Kenntnisse und welche Kompetenzen bei den jeweiligen Funktionären, Trainern und Physiotherapeuten vorhanden sind.
„Es ist nicht nachvollziehbar, warum Sportunfallprävention im Sinne eines Qualitätsmerkmals nicht schon längst flächendeckend implementiert ist – auch vor dem Hintergrund, dass der Staat große Summen in den Spitzensport investiere“, sagte Schulz.
Die Stiftung fordert, akute und chronische Verletzungen im Spitzensport flächendeckende zu erfassen, möglichst über bereits bestehende Betreuungssysteme wie die Olympiastützpunkte. Die erfassten Daten sollten in einer zentralen Datenbank gespeichert und die Analysen der Daten zur individuellen Trainingssteuerung sowie zur Etablierung präventiver Maßnahmen in den Trainingsalltag bereits bei Nachwuchsathleten genutzt werden, regten Schulz und Weingärtner an.
Defizite sehen die Experten auch im Breitensport. Insgesamt gebe es in Deutschland pro Jahr schätzungsweise zwei Millionen Sportunfälle, sagte Weingärtner. Während im Vereinssport sowie im Kita-, Schul- und Hochschulsport in unterschiedlichem Umfang Prävention stattfinde, existiere diese im frei betriebenen Sport ebenso wie in den privaten Fitnessstudios nicht, beklagte er. Etwa ein Drittel der Sportunfälle ereigne sich aber in diesem Bereich.
Die beiden Experten betonten vor dem Sportausschuss, dass entsprechende Präventionsmaßnahmen Anzahl und Schwere von Verletzungen im Sport positiv beeinflussen könnten.
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