Vernetzte Angebote in Hessen gegen häusliche Gewalt
Frankfurt – Über die Hintergründe häuslicher Gewalt, wirksame Vorbeugemaßnahmen und Hilfsangebote informieren die Landesärztekammer Hessen und das Hessische Ministerium für Soziales und Integration im Rahmenprogramm des 118. Deutschen Ärztetags in Frankfurt. „Häusliche Gewalt ist kein Schicksal. Wir wollen die Kultur des Wegschauens oder Verschweigens durch eine Kultur des Hinschauens und Ansprechens ablösen“, sagte der hessische Sozialminister Stefan Grüttner (CDU). Er wies daraufhin, dass in Deutschland jede vierte Frau im Laufe ihres Lebens körperliche und vielfach auch sexualisierte Gewalt in der Partnerschaft erlebe. Jede siebte Frau sei in ihrer aktuellen Beziehung durch gewalttätige Übergriffe des Partners gefährdet.
„Patientinnen und Patienten mit Gewaltbelastung brauchen eine sensible medizinische Versorgung und psychosoziale Unterstützung, um Auswege aus ihrer Situation zu finden“, sagte die Vizepräsidentin der Landesärztekammer Hessen, Monika Buchalik. In vielen Fällen sei es notwendig, die erlittenen Verletzungen juristisch wasserdicht zu dokumentieren. „Hier sind pragmatische Orientierungshilfen für die ärztliche Tätigkeit ebenso notwendig wie Materialien, die eine fachgerechte Anamnese, gerichtsfeste ärztliche Dokumentation und die zielgerichtete Vermittlung psycho-sozialer und juristischer Hilfen ermöglichen“, betonte sie.
Die Institute der Rechtsmedizin böten hierzu rechtsmedizinische Konsile an. Außerdem unterstütze ein „Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen“ Betroffene unter der Nummer 08000 116 016. Einen Überblick über die Hilfsangebote gebe das „Ärztliche Praxishandbuch Gewalt“, das die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration herausgegeben habe.
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