Versorgung von Herzinfarktpatienten in Rheinland-Pfalz leitliniengerecht
Mainz – Die Ärzte in Rheinland-Pfalz betreuen Patienten mit akutem Herzinfarkt leitliniengerecht. Das zeigt eine Auswertung des landesweiten „Myokard-Infarkt-Registers“ (MIR-RLP). „Nahezu alle Patienten (98,2 Prozent) erhalten eine Wiedereröffnung des beim Herzinfarkt verschlossenen Herzkranzgefäßes mittels einer Herzkatheteruntersuchung und anschließender Aufdehnung und Stentimplantation. Auch die begleitende medikamentöse Therapie ist leitliniengerecht“, erläuterte Anselm Gitt, stellvertretende Vorsitzende der Stiftung „Institut für Herzinfarktforschung“ und Leiter einer Studie zur Versorgung der Patienten in Rheinland-Pfalz.
Kritisch sei aber, dass viele Patienten trotz typischer Infarktsymptome nicht den Notarzt über den Notruf 112 riefen, sondern selbst mit großer Zeitverzögerung die Klinik aufsuchten. Jeder Fünfte Herzinfarktpatient komme ohne Arztbegleitung in das Krankenhaus. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Herzstiftung, Thomas Meinertz, betonte, die Aufklärung der Bevölkerung über richtiges Notfallverhalten bei Verdacht auf Herzinfarkt sei daher ein wichtiges Anliegen. „Bei einer akuten Erkrankung wie dem Herzinfarkt ist Zeit ein entscheidender Faktor“, so Meinertz.
Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Alexander Schweitzer (SPD) dankte allen Krankenhäusern in dem Bundesland, die an dem Infarkt-Register teilgenommen haben. Eine gute Dokumentation sei eine wichtige Voraussetzung, um dauerhaft einen hohen Standard halten zu können, betonte er. Das Register wird nun auf freiwilliger Basis weitergeführt.
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