Versorgungspfade effizienter gestalten, Geld sparen

Berlin – Um das Gesundheitssystem nachhaltiger zu gestalten, müssen vor allem Versorgungspfade effizienter gestaltet und knappe Ressourcen wirkungsvoller eingesetzt werden. Das ist das Ergebnis einer Analyse, die vom BKK Dachverband in Auftrag gegeben und heute veröffentlicht wurde.
Demnach lassen sich die hohen Klima- und Ressourcenwirkungen des Gesundheitswesens nicht allein durch technische Maßnahmen, die Anpassung von Gebäuden oder den Energieverbrauch senken, sondern vielmehr durch eine effiziente Steuerung von Lieferketten, Leistungen und Patientenversorgung.
„Die Studie zeigt, dass Nachhaltigkeit mehr bedeutet als Dachbegrünung oder Ökostrom in Krankenhäusern“, betonte BKK-Vorständin Anne-Kathrin Klemm. „Es geht um viel mehr: um die Senkung der vermeidbaren Krankheitslast, um die Reduzierung von Über-, Unter- und Fehlversorgung und darum, die personellen, finanziellen und materiellen Ressourcen wirksam, qualitätsgeleitet und schonend einzusetzen.”
Die Ergebnisse verdeutlichten, dass ein strategischer Rahmen für das Gesundheitssystem dringend gebraucht werde. Nachhaltigkeit sei eine „entscheidende Stellschraube“ für eine qualitativ hochwertige Versorgung und wichtig für die zukünftige finanzielle Stabilität der gesetzlichen Krankenversicherung, so Klemm.
Die kürzlich präsentierten Vorschläge der Finanzkommission kämen genau zur richtigen Zeit, auch mit Blick auf anstehende Strukturreformen. Sie zeigten auf, dass an vielen Stellen Gelder eingesetzt würden, die eigentlich gar nicht in der Versorgung ankämen und dass Beitragszahler belastet würden, ohne dass sich für sie die Versorgung verbessere. Wo nicht evidenzbasiert gehandelt werde, es eine Über-, Unter- oder Fehlversorgung gebe, muss laut Klemm angesetzt werden.
Leistungen müssten nicht zwingend gestrichen, sondern zum Teil einfach anders erbracht werden, so die BKK-Vorständin. Sie sollten sich stärker am tatsächlichen Bedarf, am gesundheitlichen Nutzen und an einer durchdachten Verteilung knapper Ressourcen orientieren. Daneben müsse auch die Prävention künftig eine größere Rolle spielen. „All das schont Ressourcen – sowohl menschliche als auch Ressourcen mit Blick auf die Umwelt“, bekräftigte sie.
In Sachen Nachhaltigkeit setzt Klemm zudem auf den Referentenentwurf zur Primärversorgung: Mit einem Zugang zur Versorgung nach Dringlichkeit und Bedarf sowie einer generell verbesserten Koordination könnten Brüche reduziert und das Gesundheitssystem nachhaltiger werden.
Um die Nachhaltigkeit im System zu fördern, erarbeite der BKK Dachverband gemeinsam mit anderen Akteuren aus dem Gesundheitsbereich derzeit ein Eckpunktepapier für eine Nachhaltigkeitsstrategie, so Klemm. Engagiert sei der Verband auch im Einsatz von Pulverinhalativa. Auch wenn das System nicht im Alleingang verändert werden könne, sei es wichtig, selbst Strukturen und Prozesse auf den Weg zu bringen.
Die vom BKK Dachverband in Auftrag gegebene Analyse untersucht den Klimaimpact der Gesundheitsversorgung, identifiziert die wichtigsten Emissionsquellen und zeigt Handlungsfelder und Gestaltungsoptionen auf.
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