Versorgungsprobleme bei Mukoviszidose in Brandenburg

Potsdam – Im Flächenland Brandenburg gibt es deutliche Probleme bei der Versorgung von Mukoviszidosepatienten. Das wurde in einer Anhörung des Gesundheitsausschusses im Potsdamer Landtag sichtbar.
Vor allem im Norden des Landes fehlten spezialisierte Physiotherapieangebote, sagte der Vorsitzende des Mukoviszidose-Landesverbands Berlin-Brandenburg, Enrico Große. „Wir müssen dort wenigstens eine Physiotherapiepraxis einrichten, damit Betroffene dort einen Anlaufpunkt haben.“
Auch die Physiotherapeutin Anne Kaden sagte in der Anhörung, dass man es mit auf Mukoviszidose spezialisierter Physiotherapie im Moment gerade so schaffe, das Berliner Umland abzudecken. „Viele niedergelassene Physiotherapeuten trauen sich an das Thema Mukoviszidose nicht heran“, sagte Kaden.
Hier müsse man stärker in die Ausbildung hineingehen. „Wir brauchen mehr Therapeuten.“ Die Mukoviszidosetherapie an sich sei für Physiotherapeuten eigentlich lukrativ, Hausbesuche litten allerdings unter schlechten Wegepauschalen. „Es ist zurzeit nicht möglich, in der Peripherie mobile Physiotherapie kostendeckend abzudecken“, sagte Große.
Der Leiter des Mukoviszidosezentrums an der Uniklinik Brandenburg (Havel), Jochen Mainz, berichtete, dass neue Medikamente die Lebensqualität von Patienten deutlich verbessern würden. Die Kosten dafür seien aber hoch: Eine Therapie koste rund 200.000 Euro pro Jahr.
Er sprach sich dafür aus, dass die Politik auf die Preisgestaltung der Medikamente einwirken solle. „Wenn europaweit über Medizinpreise verhandelt würde, wäre es für alle kostengünstiger“, sagte die Potsdamer Ärztin Patience Eschenhagen.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: