Vertragsärzte auch an Feiertagen im Dienst
Berlin – Nicht jeder Hausarzt ist an Weihnachten und zum Jahreswechsel erreichbar. Kranke müssen deshalb aber nicht gleich in die Notaufnahme der Krankenhäuser gehen. Darauf haben zahlreiche Kassenärztliche Vereinigungen im Vorfeld der anstehenden Weihnachtsfeiertage und Silvester hingewiesen.
„Patienten, die in dieser Zeit akut erkranken, können eine der geöffneten Praxen von niedergelassenen Ärzten oder eine der KV-Notdienstpraxen aufsuchen“, teilte beispielsweise die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin mit. Zusätzlich gebe es noch den Bereitschaftsdienst, der Hausbesuche mache. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst ist über die Rufnummer 116117 zu erreichen.
Die KV Baden-Württemberg wies auf die dienstbereiten Ärzte in den rund 120 Notfallpraxen hin, die ohne Voranmeldung direkt aufgesucht werden könnten. Ergänzend zu den allgemeinen Notfallpraxen gebe es regionale fachärztliche Dienste der Augen-, Kinder- und HNO-Ärzte. In Baden-Württemberg gibt es auch eine App „Notfallpraxen BW“, die kostenfrei über den Google-Play-Store und den Apple-IOS-Store heruntergeladen werden kann.
Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist nicht zu verwechseln mit dem Rettungsdienst, der in lebensbedrohlichen Fällen Hilfe leistet. Bei Notfällen, zum Beispiel Ohnmacht, Herzinfarkt, akuten Blutungen und Vergiftungen, ist der Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 zu alarmieren.
Zahlreiche Menschen im Einsatz
In Thüringen werden über Weihnachten und Neujahr mehr als 1.250 Ärzte sowie mehr als 1.000 weitere Mitarbeiter von Gesundheitsdiensten Bereitschaftsdienste schieben. Insgesamt stünden in Notfällen in 28 Bereichen über den ganzen Freistaat verteilt Bereitschaftsdienste zur Verfügung, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen mit. In den meisten Fällen würden die Bereitschaftsdienste in Praxen auf dem Gelände der örtlichen Krankenhäuser angeboten.
Bayerns Gesundheitsministerin rät unterdessen zur Vorsicht bei der Selbstdiagnose. Man solle auch an den Weihnachtsfeiertagen im Krankheitsfall auf Selbstdiagnosen aufgrund von Informationen aus dem Internet zu verzichten, sagte sie. „Für eine richtige Diagnose ist der Kontakt mit einem Arzt unverzichtbar. Dr. Google mag zwar viele Informationen bereithalten, medizinisch gesichert sind sie aber oft nicht“, sagte sie.
Die Ministerin unterstrich, dass unvollständige oder unseriöse Informationen verunsichern und Ängste schüren könnten. Gefährlich werde es vor allem dann, wenn bei ernsthaften Krankheiten ganz auf den Arztbesuch verzichtet werde oder verschreibungspflichtige Medikamente ohne ärztliche Rücksprache eingenommen würden.
Huml verwies auf die bundesweite Servicenummer 116117 der Kassenärztlichen Vereinigungen. „Unter dieser Telefonnummer werden Anrufer bei akuten Beschwerden außerhalb der Praxis-Öffnungszeiten an einen diensthabenden Arzt in ihrer Region weitervermittelt. Daneben steht für lebensbedrohliche Notfälle, wie beispielsweise bei Anzeichen eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls, der Rettungsdienst unter der Nummer 112 zur Verfügung“, so Huml.
Im Internet können Erkrankte zudem unter www.116117.de über Eingabe ihrer Postleitzahl die nächstgelegene Bereitschaftspraxis finden. Auch die Bundes-Arztsuche-App der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ermöglicht die Suche nach einer passenden Praxis eines niedergelassenen Arztes oder Psychotherapeuten sowie nach dem nächsterreichbaren Standort des ärztlichen Bereitschaftsdienstes.
Wichtige Nummer: 116117
Die KBV wies gestern darauf hin, dass sich auf der Seite www.116117.de des ärztlichen Bereitschaftsdienstes der Kassenärztlichen Vereinigungen seit Neuestem ein Verweis auf den Apothekenfinder der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände unter der Adresse apothekenfinder.mobi befindet.
Umgekehrt würde die ABDA auf ihrer Internetseite jetzt auf die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116117 verweisen. Auch zwischen der Zahnarztsuche der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und dem Apothekenfinder wurde eine Verlinkung erstellt, um sämtliche Dienste der Körperschaften und Bundesorganisationen von Ärzten, Zahnärzten und Apothekern im Netz für Patientinnen und Patienten noch leichter auffindbar zu machen.
„Wir sehen in der gegenseitigen Verlinkung einen zusätzlichen Service für diejenigen, die nachts, am Wochenende oder an Feiertagen ärztliche Hilfe oder Medikamente benötigen“, erläuterte KBV-Chef Andreas Gassen. Für Patienten sei es sinnvoll, wenn solche Informationsdienste auch gebündelt angeboten werden, sagte Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA. Man erhöhe durch die neue Verlinkung gezielt die Aufmerksamkeit für alle diese Plattformen, so Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV.
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