Viele Apotheker mit Nacht- und Notdienstfonds unzufrieden

Berlin/Köln – Eine Mehrheit der Apotheker wünscht sich für Nacht- und Notdienste eine höhere Pauschale. Das geht aus der APOkix-Umfrage des Branchendienstleisters IFH Köln unter 232 Apothekenleitern hervor. Der Nacht- und Notdienstfonds (NNF) des Deutschen Apothekerverbandes sorgt dafür, dass Apotheken in Deutschland Zuschüsse für die von ihnen geleisteten Nacht- und Notdienste erhalten.
Der Umfrage zufolge sind drei von zehn Apothekern unzufrieden mit dem Fonds, 61 Prozent bemängeln die bestehende Höhe der Pauschale als unzureichend. Entsprechend stößt der Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die Pauschale für rezeptpflichtige Arzneimittelverpackungen als Teil des Nacht- und Notdienstfonds zu erhöhen, bei neun von zehn APOkix-Teilnehmern auf Zustimmung.
Trotz der Kritikpunkte ist sich die breite Mehrheit der befragten Apotheker einig, dass der NNF insgesamt eine hohe Relevanz hat. 85 Prozent der Apothekenleiter sind der Meinung, dass dieser gerade für Apotheken in strukturschwachen und ländlichen Regionen eine notwendige Stütze ist und zur Stärkung der Apotheken beiträgt. Besonders zufrieden sind Apotheker mit den organisatorischen Aspekten des Nacht- und Notdienstfonds. So läuft aus ihrer Sicht die Meldung der Stammdaten einwandfrei und auch der bürokratische Aufwand wird von der breiten Mehrheit der Befragten als gering eingestuft.
Im Vergleich zum Vormonat Dezember, entwickeln sich die Indizes für die Apothekenkonjunktur im Januar wieder etwas positiver. So steigt der Index laut IFH Köln für die aktuelle Geschäftslage auf 84,1 Punkte. Knapp zwei von zehn APOkix-Teilnehmern bewerten die derzeitige Lage positiv. Der Index für die erwartete Geschäftslage verzeichnet ebenfalls ein leichtes Plus und liegt damit im Januar bei 56,9 Punkten. Allerdings rechnet weiterhin mehr als die Hälfte der Apotheker mit einer Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation in den kommenden zwölf Monaten.
De Umfrage zufolge hat im Durchschnitt jede Apotheke im vergangenen Jahr fünf Nacht- und Notdienste pro Monat übernommen und währenddessen durchschnittlich 49 Patienten mit Arzneimitteln versorgt.
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