Ärzteschaft

Viele Niedergelassene bieten zusätzliche Sprechzeiten für Coronaimpfungen an

  • Montag, 20. Dezember 2021
/picture alliance, Sina Schuldt
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Berlin – Die niedergelassenen Ärzte in Deutschland hängen sich mit allem, was möglich ist, in die Impf­kampagne gegen SARS-CoV-2. Das zeigt eine aktuelle Blitzumfrage des Zentralinstitut für die kassenärzt­liche Versorgung (Zi).

Demnach bieten mittlerweile fast 92 Prozent der Haus- und Facharztpraxen in Deutschland neben der regulären Sprechstunde zusätzliche Impfangebote für ihre Patienten an. Knapp 93 Prozent der befragten Praxen haben bereits Impftermine für Januar 2022 vergeben.

Dass mehrheitlich bereits etwa gleichviele oder sogar mehr Termine für Januar 2022 als für den Dezem­ber vergeben sind, spricht nach Einschätzung des Zi „für eine optimistische Perspektive der Praxen, was die Impfstofflieferungen angeht“.

Die Umfrage zeigt darüber hinaus, dass bislang 18 Prozent des im vierten Quartal 2021 an die Praxen ausgelieferten Coronaimpfstoffs von Moderna noch nicht verimpft werden konnte. Die Befragten rechnen damit, dass bis Ende des Jahres lediglich gut fünf Prozent des im vierten Quartal erhaltenen Impfstoffs verworfen werden muss.

Allerdings wird der unvermeidliche Verwurf beim Moderna-Impfstoff als höher bis deutlich höher im Vergleich zu anderen Impfstoffen angesehen. Das liegt vor allem an den großen Vials, die jeweils 20 Boosterdosen enthalten.

Rund 71 Prozent der Befragten sehen in den größeren Vials von Moderna im Vergleich zu anderen CO­VID-19-Impfstoffen eine größere Belastung für die Praxisorganisation. Zudem wird der ärztliche Aufklä­rungsbedarf vor Moderna-Impfungen als wesentlich höher eingestuft als zur Verabreichung des Impf­stoffs von Biontech.

Ebenso nehmen die Befragten mehrheitlich eine geringere Impfbereitschaft unter Patienten in der haus- und fachärztlichen Versorgung infolge der anhaltenden Kontingentierung des in Deutschland besonders beliebten Impfstoffs von Biontech wahr. Daher gibt eine Mehrheit der Vertragsärzte höhere Belastungen durch die Kontigentierung an.

„Durch die begrenzte Verfügbarkeit des Wirkstoffs Comirnaty von Biontech und die Umstellung auf Spike­vax von Moderna waren die Praxisteams plötzlich mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert“, erläuterte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried.

Die Umfrage zeige, dass die Praxen einen deutlichen Mehraufwand in der Organisation und Aufklärung zu stemmen hätten. Trotzdem seien zuletzt mehr als die Hälfte aller Patienten in den Praxen mit Spike­vax geimpft worden. „Und die Praxen eilen weiterhin von Impfrekord zu Impfrekord. Sie sichern damit das 30 Millionen-Booster-Impfversprechen der Bundesregierung Tag für Tag verlässlich ab“, sagte er.

An der Umfrage, die vom 16. bis 20. Dezember 2021 geschaltet war, haben fast 3.000 Personen teilge­nommen.

may/EB

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