Medizin

Vier von zehn Erwachsenen schlafen unter der Woche weniger als sieben Stunden

  • Mittwoch, 19. August 2026
/terovesalainen, stock.adobe.com
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Berlin – In Deutschland schlafen 39,6 % der Erwachsenen an Wochentagen weniger als sieben Stunden, am Wochenende sind es 22,7 %. Besonders häufig sind kurze Schlafenszeiten bei Männern mittleren Alters: Bei ihnen schläft mehr als jeder zweite weniger als sieben Stunden (53,0 %). Das berichtet eine Arbeitsgruppe unter Leitung des Robert-Koch-Instituts (RKI) im Journal of Health Monitoring (2026, DOI: 10.25646/14300).

Der Arbeitsgruppe zufolge definieren internationale Schlafempfehlungen bei Erwachsenen eine Schlafdauer von weniger als sieben Stunden als kurz. Eine kurze Schlafdauer kann laut den Forschenden zu Veränderungen der hormonellen Regulation, des sympathischen Nervensystems und des zirkadianen Rhythmus führen.

„Übersichtsarbeiten legen nahe, dass eine kurze Schlafdauer in Zusammenhang mit einem hohen Bluthochdruck steht und einen bedeutenden Risikofaktor für zahlreiche nicht übertragbare Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellt“, schreibt das Forschungsteam. Darüber hinaus sei anhaltender Schlafmangel ein unabhängiger Risikofaktor für die Entstehung von Angstzuständen und Depression.

Die RKI-Arbeitsgruppe verwendete für ihre Auswertung Daten der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA 2023). Dies ist eine telefonische Querschnitterhebung der in Deutschland lebenden Wohnbevölkerung. Für die Analyse wurden Daten von 8.026 Erwachsenen ab 18 Jahren ausgewertet, die zwischen Mai 2023 und Februar 2024 befragt worden waren.

Das Schlafverhalten wurde anhand selbstberichteter Angaben über die Zubettgehzeit, Einschlafdauer und morgendliche Aufwachzeit an Wochentagen und Wochenenden innerhalb der vergangenen vier Wochen erfasst. Als kurze Schlafdauer galten weniger als sieben Stunden.

Es zeigte sich: An Wochentagen schliefen 39,6 % (95-%-Konfidenzintervall: [37,8; 41,4 %]) weniger als sieben Stunden, am Wochenende 22,7 % [21,2; 24,2 %]. Bei Männern lagen die Anteile mit 43,2 % [40,6; 45,9 %] unter der Woche und 25,5 % [23,2; 27,9 %] am Wochenende höher als bei Frauen mit 36,2 % [33,8; 38,7 %] beziehungsweise 20,0 % [18,2; 22,0 %].

Besonders hoch war der Anteil bei 45- bis 64-jährigen Männern an Wochentagen mit 53,0 % [48,6; 57,4 %]. Am Wochenende waren kurze Schlafzeiten bei den 18- bis 29-Jährigen am seltensten. Bei den mindestens 65-Jährigen bestanden dagegen keine Unterschiede zwischen Wochentagen und Wochenende.

„Ein erheblicher Anteil der Bevölkerung zeigt kurze Schlafzeiten, was die hohe Public-Health-Relevanz des Themas unterstreicht. Individuelle und gesellschaftliche Präventionsmaßnahmen sind erforderlich, um ein gesundes Schlafverhalten in der Bevölkerung zu fördern“, schreibt die Forschungsgruppe.

Sie weist aber darauf hin, dass die Ergebnisse auf selbstberichteten Schlafzeiten beruhen. Weitere Aspekte wie Schlafqualität, Tagesmüdigkeit, Schlafstörungen oder Schlafunterbrechungen wurden in der Auswertung nicht berücksichtigt.

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