Vermischtes

Warnstreik der Pflegekräfte an der Charité

  • Donnerstag, 3. September 2026
/picture alliance, Sebastian Gollnow
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Berlin – An der Berliner Charité sind die Pflegekräfte in einen dreitägigen Warnstreik getreten. Mit der Frühschicht begann die Arbeitsniederlegung. Sie soll bis zum Ende der morgen beginnenden Nachtschicht, also Samstagfrüh, dauern.

Die Pflegekräfte streiken nach Angaben der Gewerkschaft Verdi für die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung des Entlastungstarifvertrags, der die Personalausstattung und einen Belastungsausgleich für Arbeiten in Unterbesetzung regelt.

Dieser hat aus Sicht von Verdi die Arbeitsbedingungen an der Charité verbessert, unter anderem durch verbindliche Personalvorgaben und einen Belastungsausgleich für Arbeiten in Unterbesetzung. Die Charité hat diesen Tarifvertrag zum 31. August 2026 gekündigt. Die Verhandlungen über eine Fortsetzung des Tarifvertrags waren bisher nicht erfolgreich.

Das Berliner Arbeitsgericht fällte gestern Abend eine Entscheidung zum Warnstreik. Konkret geht es um die Ausgestaltung eines Notdienstes während des Arbeitskampfes. Dieser stellt die notwendige Versorgung der Patienten sicher.

„Das Arbeitsgericht Berlin hat die von der Charité beantragte Notdienstbesetzung vollumfänglich bestätigt“, hieß es vom Klinikum. Auch die Gewerkschaft Verdi bestätigte eine Entscheidung pro Klinikum. In den kommenden zwei Tagen werde die Charité planbare Behandlungen absagen und die OP-Kapazitäten einschränken, um den Beschäftigten den Streik im Rahmen der jetzt geklärten Notdienste zu ermöglichen.

Ob der von Verdi angebotene Notdienst ausreichend ist, wird von Verdi und der Charité unterschiedlich bewertet. Aus Sicht von Verdi würde die von der Charité geforderte Notdienstbesetzung faktisch in der Aufrechterhaltung des Normalbetriebs resultieren. Die Charité wies dies als falsch zurück.

Verdi-Verhandlungsführerin Gisela Neunhöffer ging am Morgen von einer guten Streikbeteiligung aus, in den zentralen Notaufnahmen etwa sei sie hoch. Alle Details lagen ihr am Morgen noch nicht vor.

Die Charité teilte mit, dass die Aktivitäten „bislang überwiegend geordnet und geregelt“ abliefen. Planbare Behandlungen mussten demnach abgesagt und OP-Kapazitäten eingeschränkt werden. An der Charité sind nach Angaben des Unternehmenssprechers etwa 7.000 Pflegekräfte tätig.

dpa

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