Weltärztebund kritisiert Situation der politischen Gefangenen im Iran

Ferney-Voltaire – Der Weltärztebund (World Medical Association, WMA) hat den Iran aufgefordert, politisch Gefangenen medizinische Hilfe zukommen zu lassen. Der Bund wirft dem Iran vor, den politischen Gefangenen diese Versorgung bewusst vorzuenthalten, um sie noch stärker unter Druck zu setzen und zu bestrafen.
Der WMA hat dafür einen Brief an Ayatollah Sadegh Larijani, Leiter der Justiz des Irans, mitunterzeichnet. Auch andere Menschenrechtsorganisationen wie das „Standing Committee of European Doctors“ und das „International Rehabilitation Council for Torture Victims“ haben sich dem Protest angeschlossen.
Der WMA-Präsident Ketan Desai kritisiert, das Aufsichtspersonal verweigere es Gefangenen mit kritischem Gesundheitszustand, sich in Kliniken außerhalb des Gefängnisses versorgen zu lassen. Außerdem führten die Bedingungen im Gefängnis dazu, dass die Insassen anfälliger für Krankheiten würden. Desai nennt in diesem Zusammenhang Wassermangel, unzureichende sanitäre Bedingungen und eine nicht ausreichende Ernährung.
„Wir sind extrem beunruhigt über diese Situation“, heißt es in dem Brief weiter. Die Verweigerung einer medizinischen Betreuung sei einer Folterung vergleichbar. Der WMA und weitere Organisationen fordern den Iran auf, die Situation der Gefangenen zu verbessern, Folter einzustellen und eine medizinische Versorgung zuzulassen.
Dazu gehöre auch, die Notwendigkeit einer medizinischen Behandlung und ihr Ausmaß Fachleute beurteilen zu lassen. Deren Urteile, Verordnungen und Überweisungen dürften nicht von „nicht-medizinischen Autoritäten“, sprich von Aufsehern und Polizeikräften, ignoriert oder abgelehnt werden.
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