Politik

Weltgesundheits­organisation kündigt Aktionsplan für Weltgesundheit an

  • Mittwoch, 17. Oktober 2018
World Health Summit 2018, Microsoft-Grüner Bill Gates, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Erna Solberg, Ministerpräsidentin von Norwegen, und WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus. /dpa
World Health Summit 2018, Microsoft-Grüner Bill Gates, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Erna Solberg, Ministerpräsidentin von Norwegen, und WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus. /dpa

Berlin – Elf der weltweit größten Hilfsorganisationen, darunter die Impfallianz Gavi, der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria sowie das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen und die Weltbank, haben sich unter Federführung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) darauf geeinigt, einen Aktionsplan für Weltgesundheit auf den Weg zu bringen.

Gesundheit für alle ist eines der Nachhaltigkeitsziele, das die Vereinten Nationen bis 2030 erreichen wollen. Im Rahmen des Weltgesundheitsgipfels unterzeichneten die Hilfsorganisationen gestern in Berlin eine entsprechende Vereinbarung. Sie war auf Anregung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der norwegischen Ministerpräsidentin Erna Solberg und des ghanaischen Präsidenten Nana Addo Dankwa Akufo-Addo, der nicht in Berlin war, zustande gekommen.

„Gesundheit ist die Basis für nachhaltige Entwicklung“, erklärte WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus gestern Abend bei einer gemeinsamen Veranstaltung des Weltgesundheitsgipfels und der Bill-Gates-Stiftung in Berlin. Der Aktionsplan, der bis zur UN-Vollversammlung im September 2019 ausgearbeitet vorliegen soll, solle konkrete Zwischenziele für die Zeit bis 2030 benennen und dabei die Wechselwirkung mit anderen Nachhaltigkeitszielen berücksichtigen, schrieben Merkel, Solberg und Akufo-Addo bereits im April in einem gemeinsamen Brief an die WHO.

Deren Generalsekretär Tedros kündigte nun mehrere Haupthandlungsfelder an, darunter eine bessere Koordination der Hilfen gemeinsam mit der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft und der Geldgeber sowie die Entwicklung von überprüfbaren Meilensteinen, um die Transparenz über das bisher Erreichte zu erhöhen. Eine erste Überprüfung solle 2023 stattfinden. „Wir brauchen eine flexible Finanzierung von Hilfe und Innovationen, die den Menschen nützen“, sagte Tedros. „Wenn wir alle zusammenarbeiten, können wir Ungleichheit, Armut und Krankheit wirksam bekämpfen.“

Bundeskanzlerin Merkel bezeichnete es als bemerkenswert, dass für das Nachhaltigkeitsziel der globalen Gesundheitsversorgung nun erstmals ein gemeinsamer Entwurf für einen Aktionsplan vorliege, an dem sich die wichtigsten Hilfsorganisationen weltweit beteiligten. Damit sei eine Form von Konkretheit erreicht, die für die weiteren 16 Nachhaltigkeitsziele noch erreicht werden müsse.

Gesundheit sei eine Gemeinschaftsaufgabe, sagte Merkel gestern Abend in Berlin. Deutschland habe sein Engagement für die globale Gesundheit in den vergangenen Jahren erheblich gesteigert. „Die Ebola-Epidemie im Jahr 2014 haben wir als Weckruf verstanden“, betonte die Kanzlerin.

Zurzeit stehe der Multilateralismus von vielen Seiten unter Druck. Doch gerade in Gesundheitsfragen zeige sich der Vorteil eines gemeinsamen und abgestimmten Vorgehens. Krankheiten machten nicht an Grenzen halt. Als Prioritäten nannte Merkel den gemeinsamen Kampf gegen vernachlässigte Krankheiten wie Aids, Tuberkulose und Malaria, die Impfstoffentwicklung sowie die Verhinderung von Resistenzen gegen Antibiotika.

„Gesundheit und Bildung sind die Basis für nachhaltige Entwicklung“, sagte die norwegische Ministerpräsidentin Solberg. Gerade auf die Gesundheit von Mädchen und Frauen wirke sich gute Bildung positiv aus. Gut ausgebildete Frauen seien selbstbestimmter, bekämen weniger Kinder und achteten mehr auf ihre Gesundheit und die ihrer Familie.

HK

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