Wenig Studien zu Behandlungsmethoden von intraabdominalen Verwachsungen

Köln – Nicht-operative sowie nicht-medikamentöse Verfahren haben möglicherweise keinen Nutzen für die Symptomlinderung bei intraabdominalen Adhäsionen zu haben. Hinweise für einen Schaden gibt es aber auch nicht.
Zu diesem vorläufigen Ergebnis kommt ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlern unter Federführung der Medizinischen Hochschule Hannover im Auftrag des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).
Die Evidenzrecherche und Bewertung ist im Rahmen des Themenchecks Medizin des IQWiG erschienen. Interessierte können den vorläufigen Bericht bis zum 30. Januar 2026 kommentieren.
Intraabdominale Verwachsungen können vielfältige Symptome wie Verdauungsbeschwerden verursachen, die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und im Extremfall zu einem akuten Darmverschluss führen.
Viele Betroffene erleben einen langen Leidensweg, geprägt von diagnostischer Unsicherheit und unbefriedigenden Therapieerfahrungen. Nicht operative und nicht medikamentöse Verfahren wie manuelle Therapien, Akupunktur oder hyperbare Sauerstofftherapie werden im Versorgungsalltag eingesetzt.
Für den Bericht suchte das Forschungsteam systematisch nach Studien, die solche Verfahren mit einer Behandlung ohne diese Interventionen vergleichen. Eingeschlossen wurden randomisierte kontrollierte Studien mit erwachsenen Personen mit intraabdominalen Adhäsionen.
Insgesamt identifizierte das Team vier relevante Studien, die jeweils ein Verfahren untersuchten: tiefe versus oberflächliche Weichteilmobilisation zusätzlich zur Standardtherapie, hyperbare Sauerstofftherapie, eine Form der Akupunktur sowie eine Form von chinesischer Medizin.
Laut der Arbeitsgruppe ergab sich für keinen Endpunkt ein belastbarer Hinweis auf einen Nutzen oder Schaden. Zudem sei das Verzerrungspotenzial der Studien wegen kleiner Stichproben und methodischer Schwächen hoch und ihre Übertragbarkeit auf die Versorgung in Deutschland eingeschränkt. „Es sind aussagekräftige Studien zur Fragestellung des Berichts notwendig“, fordert das Forschungsteam in seinem Bericht.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: