WHO: Hantavirus-Ausbruch neigt sich Ende zu

Genf – Der Hantavirusausbruch im Zusammenhang mit einem Kreuzfahrtschiff im Südatlantik neigt sich nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dem Ende zu. Das schrieb WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf der Plattform X.
Er hatte bereits vergangene Woche bekanntgegeben, dass der Ausbruch für beendet erklärt werden könne, wenn bis zum 2. Juli keine Erkrankungsfälle mehr auftreten. An dem Tag ende die Quarantäne für die letzte Gruppe von Kontaktpersonen.
Auch deutsche Passagiere des vom Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffes, die sich vorsichtshalber in Quarantäne begeben mussten, sind gesund geblieben, wie das baden-württembergische Gesundheitsministerium kürzlich mitgeteilt hatte.
Eine Person aus dem Bundesland habe die sechswöchige Quarantäne beendet, hieß es. Auch bei den übrigen in Deutschland unter Quarantäne stehenden drei Kontaktpersonen in Bayern, Berlin und Sachsen seien bis zum Ende der Beobachtungszeit keine positiven Nachweise oder Symptome bekannt geworden.
Auch in Spanien und den Niederlanden seien die Quarantäne- und Nachbeobachtungszeiten abgeschlossen, erklärte Tedros. Insgesamt gab es demnach mehr als 650 nachverfolgte Kontakte von Infizierten in 33 Ländern.
Noch laufende Untersuchungen und Forschung zum Erreger
Die Untersuchungen zum Beginn des Ausbruchs und den Übertragungen auf dem Schiff liefen unterdessen weiter, sagte Tedros kürzlich. Man arbeite mit Partnern zusammen, die Proben an Bord genommen hatten.
Zusätzlich koordiniere die WHO eine Studie mit exponierten Passagieren aus 21 Ländern, um mehr über den Verlauf der Erkrankung zu erfahren. Daten zu dem vorliegenden Virus sollen zudem geteilt werden, damit für künftige Ausbrüche Diagnostik, Medikamente und Impfstoffe entwickelt werden können.
Auf einer in Argentinien begonnenen Kreuzfahrt des Schiffes „Hondius“ der niederländischen Reederei Oceanwide Expeditions hatten sich mehrere Menschen mit dem Hantavirus – konkret mit dem südamerikanischen Andesvirus – angesteckt. Insgesamt sind im Zuge des Ausbruchs 13 Fälle erfasst worden, darunter drei Todesfälle.
Das Andesvirus gilt als einziges Hantavirus, bei dem es vereinzelt auch Mensch-zu-Mensch-Übertragungen geben kann. Es unterscheidet sich somit deutlich von hiesigen Hantaviren: Üblicherweise werden diese von Nagetieren übertragen, etwa durch Kotpartikel in aufgewirbeltem Staub.
Wegen des Ausbruchs legte das Schiff im Mai an der Insel Teneriffa an, von wo aus die Menschen an Bord unter speziellen Sicherheitsvorkehrungen in ihre Heimatländer kamen. Schon vor Wochen hatte die WHO das Risiko für die breite Bevölkerung als gering bewertet und bekräftigt, dass keine Gefahr einer großen Ansteckungswelle oder Pandemie bestand.
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