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WHO: Rauchen mit erhöhtem Risiko für Infertilität verbunden

  • Dienstag, 8. September 2026
/phpetrunina14, stock.adobe.com
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Genf – Rauchen kann die Fruchtbarkeit von Frauen und Männern beeinträchtigen. Darauf weist die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem neuen Bericht hin. Besonders gut belegt ist danach der Zusammenhang für das Zigarettenrauchen. Für E-Zigaretten, Wasserpfeifen und andere Tabak- beziehungsweise Nikotinprodukte ist die Evidenz der Analyse zufolge teilweise noch begrenzt.

Die WHO empfiehlt, Menschen mit Kinderwunsch über die reproduktiven Risiken des Tabakkonsums zu informieren und sie beim Rauchstopp zu unterstützen. Von „Infertilität“ spricht die WHO in dem Bericht beim Ausbleiben einer Schwangerschaft nach mindestens zwölf Monaten regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs. Ursachen können bei der Frau, beim Mann oder bei beiden Partnern liegen.

Für Frauen sieht die WHO einen seit Langem dokumentierten Zusammenhang zwischen Zigarettenrauchen und eingeschränkter Fruchtbarkeit. Eine systematische Auswertung von Studien aus den Jahren 2000 bis 2026 kommt nach Angaben der WHO auf ein 1,4-fach erhöhtes Risiko bei aktuell rauchenden Frauen.

Frauen, die früher geraucht hatten, zum Zeitpunkt der Untersuchung aber nicht mehr rauchen, könnten nach der im Bericht dargestellten Auswertung ein um 25 Prozent niedrigeres Infertilitätsrisiko haben als aktuell rauchende Frauen.

Aber nicht nur aktives Rauchen könnte dem Bericht nach eine Rolle spielen: Bei Frauen, die selbst nicht rauchten, aber Passivrauch ausgesetzt waren, zeigte die systematische Auswertung ein 1,2-fach erhöhtes Infertilitätsrisiko.

Für E-Zigaretten ist die Datenlage deutlich schmaler. In einer US-amerikanischen Studie mit mehr als 4.500 Frauen war eine Nutzung von E-Zigaretten mit einer um 20 Prozent geringeren Fertilität gegenüber Frauen verbunden, die nie E-Zigaretten verwendet hatten.

Für Wasserpfeifen fehlen nach Angaben der WHO bislang Untersuchungen, die den Zusammenhang mit Infertilität bei Frauen direkt und spezifisch analysieren.

Auch bei Männern wirkt sich Tabakkonsum auf die Fertilität aus: Eine von der WHO angeführte Übersichtsarbeit von 44 Studien mit mehr als 60.000 Männern fand einen Zusammenhang zwischen Rauchen und reproduktiven Funktionsstörungen.

Bei Rauchern traten häufiger erektile Dysfunktion und Ejakulationsprobleme auf. Darüber hinaus könnte Rauchen das Risiko für Azoospermie, eingeschränkte Spermienmotilität und eine abnorme Spermienmorphologie erhöhen. 

Rauchen bei Männern oder Frauen könnte außerdem den Erfolg einer Infertilitätsbehandlung beeinträchtigen: Eine Auswertung von 21 Studien ergab bei Zigarettenraucherinnen eine geringere Chance auf eine Lebendgeburt (Odds Ratio OR 0,54; 95-%-Konfidenzintervall: [0,30; 0,99]) sowie auf eine Schwangerschaft [0,43; 0,73].

Nach Einschätzung der WHO deuten diese Werte darauf hin, dass sich die Chancen auf einen Behandlungserfolg durch Zigarettenrauchen etwa halbieren könnten – allerdings ist die Studienlage laut dem WHO-Bericht nicht eindeutig.

Die WHO empfiehlt, Menschen im reproduktiven Alter niedrigschwellig über Fertilität und Tabakkonsum zu informieren. Paaren mit Infertilität sollte eine kostengünstige Beratung zu Lebensstilfaktoren angeboten werden.

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