Ausland

WHO: Viel mehr Angriffe auf Gesundheitswesen in der Ukraine

  • Dienstag, 24. Februar 2026
Die zerstörte Entbindungsstation des Krankenhauses in Zaporizhzhia nach einem russischen Drohnenangriff /picture alliance, Photoshot
Die zerstörte Entbindungsstation des Krankenhauses in Zaporizhzhia nach einem russischen Drohnenangriff /picture alliance, Photoshot

Kopenhagen – Die Zahl der Angriffe auf das ukrainische Gesundheitswesen ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr um fast 20 Prozent angestiegen. Das teilte das europäische Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Kopenhagen mit. Somit sei 2025 das Jahr mit den meisten Attacken auf die Gesundheitsversorgung der Ukraine seit dem russischen Einmarsch gewesen.

Allein im dritten Quartal des vergangenen Jahres habe es laut WHO 184 Angriffe auf medizinische Einrichtungen gegeben, wobei zwölf Menschen getötet und 110 verletzt wurden. Zugleich verdreifachte sich 2025 demnach die Zahl der Angriffe auf Medikamentenlager in der Ukraine.

Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges sei der Bedarf an Gesundheitsversorgung in der Ukraine hoch, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus laut der Mitteilung. „Doch viele Menschen können die benötigte Behandlung nicht bekommen, unter anderem weil Krankenhäuser und Kliniken regelmäßig angegriffen werden.“ Der WHO-Direktor sagte: „Letztendlich ist Frieden die beste Medizin.“

Das ukrainische Gesundheitswesen steht auch durch Angriffe auf die zivile Infrastruktur unter Druck, beispielsweise auf das Energienetz, die diesen Winter zu dem kältesten und dunkelsten seit Kriegsbeginn machten.

Nicht nur hinterließen diese Attacken laut WHO viele Krankenhäuser ohne Strom, Wasser und Wärme. Auch müssten beispielsweise Mütter kurz nach der Entbindung mit ihren Babys oder Patienten nach Operationen in ihre Wohnungen ohne funktionierende Heizung und fließendes Wasser zurückkehren.

Ebenfalls kritisch sei der Zugang zu Medikamenten in der Ukraine, heißt es in der WHO-Meldung. Demnach berichteten vier von fünf Personen von Schwierigkeiten, die benötigten Arzneimittel zu bekommen – vor allem aufgrund hoher Kosten.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) betonte heute, die zivile Infrastruktur sei ein zentrales Ziel der unzähligen Angriffe Russlands. Die Hilfsbereitschaft für die Ukraine sei auch im Gesundheitsbereich weiterhin groß. „Mein Dank gilt allen, die einen Beitrag dazu leisten, in diesen Zeiten ein klares Zeichen zu senden: Wir stehen weiterhin fest an der Seite der Ukraine“, sagte sie.

dpa

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