Widerstand gegen Telemedizin: Nicht in NRW
Düsseldorf/Mainz – Die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) hat betont, dass es in Nordrhein-Westfalen (NRW) keine „nachhaltigen Widerstände von Ärzten gegen die hier entwickelten Telemedizin-Projekte“ gibt. Damit widersprach Steffens der Vorsitzenden der Gesundheitsministerkonferenz, Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin hatte in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur gesagt: „Es gibt Widerstände aufseiten der Ärzte und der Kassen, aber das Gesetz bietet riesige Chancen. Ich will bei den Kollegen der anderen Länder dafür werben“, so Bätzing-Lichtenthäler.
Steffens verwies hingegen darauf, dass Ärzte und Patienten in NRW bei der Entwicklung von Telemedizin-Projekten von Anfang an in Planung und Konzeption eingebunden sind. „Außerdem gilt in NRW der Grundsatz: Nicht das technische machbare steht im Vordergrund, sondern das, was ein menschliches Gesundheitssystem in sinnvoller Weise unterstützt“, erklärte die Politikerin der Grünen.
Sie kündigte an, den Entwurf der Bundesregierung zum E-Health-Gesetz kritisch zu überprüfen, ob er die Nutzerorientierung bei Anwendungen, Sicherheit und Datenschutz ausreichend berücksichtigt. „Außerdem muss die Einführung der Telematikinfrastruktur wesentlich schneller und kostengünstiger erfolgen, um die Projekte in den Ländern endlich vernetzen zu können“, forderte Steffens.
Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin hob darüber hinaus hervor, dass die Telemedizin einen Ansatz gegen Ärztemangel auf dem Land biete. So müssten etwa Patienten für das Blutdruckmessen nicht mehr zum Arzt zu gehen. „Die Telemedizin wird nicht das Patentrezept sein, um dem demografischen Wandel zu begegnen“, sagte Bätzing-Lichtenthäler. Sie werde aber helfen können, die „ärztliche Versorgung weitestgehend sicherzustellen.“
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