Wissenschaftsakademien halten stärkere Rolle von Forschung und Innovation für nötig

Berlin – Die Europäische Union (EU) sollte den freien Verkehr von Wissen als „europäische Freiheit“ analog zum freien Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital etablieren. Das regen europäische Wissenschaftsakademien in einem Positionspapier an.
An dem Papier haben sich die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, der Europäische Forschungsrat und die Nationalakademien der Niederlande, der Slowakei, Finnlands und Zyperns beteiligt. Sie richten zehn zentrale Forderungen an die EU. Hintergrund sind die anstehenden Verhandlungen über den mehrjährigen EU-Finanzrahmen 2028–2034 und das künftige Forschungsrahmenprogramm FP10.
Nach Ansicht der Wissenschaftsakademien entscheidet sich in den kommenden Jahren, ob Europa seine politischen und wirtschaftlichen Ziele erreichen kann. Forschung und Innovation seien keine sektoralen Einzelinteressen, sondern grundlegende Voraussetzungen für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Sicherheit, strategische Autonomie, demokratisches Leben und internationalen Einfluss. Deshalb sollten sie künftig als strategische Kernaufgabe verstanden werden, heißt es in dem Papier.
Die Akademien sprechen sich für einen europäischen Pakt für Forschung und Innovation aus. Dieser soll Wissenschaft, Politik und Unternehmen enger zusammenbringen und gemeinsame Rahmenbedingungen für Forschung, Innovation und wissenschaftliche Karrieren schaffen.
Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert, ihre Investitionen in Forschung auf den Richtwert von drei Prozent zu steigern und den Europäischen Forschungsraum gemeinsam weiterzuentwickeln. Gleichzeitig wird die Wissenschaftsgemeinschaft aufgefordert, Reformen aktiv mitzugestalten.
Besonders betonen die Autoren die Bedeutung exzellenter Grundlagenforschung. Wissenschaftsfreiheit müsse geschützt werden, kurzfristige politische Zielvorgaben dürften die langfristige Entwicklung neuer Erkenntnisse nicht verdrängen.
Darüber hinaus werben die Wissenschaftsorganisationen für attraktive Rahmenbedingungen, um Forschende und Fachkräfte für Europa zu gewinnen und zu halten.
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