Ärzteschaft

Zahl der Diabetiker um 14 Prozent gestiegen – große regionale Unterschiede

  • Mittwoch, 13. November 2013
Uploaded: 13.11.2013 16:02:34 by mis
dpa

Berlin – Neue Zahlen zur regionalen Verteilung von Diabetes Typ 1 und Typ 2 in Deutschland haben die die Barmer-GEK und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe im Rahmen des sogenannten Diabetes Atlas vorgelegt. Danach ist die Zahl der Erkrankten zwischen 2008 und 2012 um 14 Prozent gestiegen. Bundesweit sind mittlerweile rund acht Prozent aller gesetzlich Versicherten Diabetiker, also mehr als sechs Millionen Menschen.

„Die Daten zeigen regional beachtliche Schwankungen“, erläuterte Christian Graf, Leiter Versorgungsmanagement und Prävention bei der Barmer-GEK. Besonders wenig gefährdet, an Diabetes zu erkranken, waren zuletzt Hamburger aus dem Postleitzahlen-Bereich 226. Hier lag die Diabetes-Häufigkeit mit 4,3 Prozent besonders niedrig.

Am schlechtesten schneidet der Postleitzahlen-Bereich 148 im brandenburgischen Bad Belzig ab. Hier leben mit 13,5 Prozent dreimal so viele Menschen mit Diabetes wie an der Hamburger Elbchaussee und Umgebung. Auf Ebene der Bundesländer weisen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg die höchsten Raten auf. Das westlichste Bundesland mit einer vergleichbar hohen Diabetes-Häufigkeit ist das Saarland. Die niedrigsten Werte erreichen 2012 die Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg und Baden-Württemberg.

Auffällig sei, dass Diabetes vorrangig in sozial schwächeren Regionen auftrete. So zeigten die östlichen Bundesländer durchweg eine Diabetes-Häufigkeit über dem Bundesdurchschnitt von acht Prozent.

Die Auswertung basiert auf Daten von fast neun Millionen Versicherten der Barmer Gek, das sind 12,5 Prozent der Bundesbürger. Ob es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit, kleinen Einkommen, geringer Kaufkraft und dem Auftreten der Krankheit Diabetes gibt, müssten weitere Studien der Versorgungsforschung zeigen, sagte Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.

Er betonte: „Die Versorgungsforschung in Sachen Diabetes muss besser werden. Es kann nicht sein, dass wir bei einer Krankheit, von der über sechs Millionen Bundesbürger betroffen sind, quasi im Nebel stochern, wenn wir wissen wollen, wie häufig die Krankheit in welchen Gegenden ist, wie gut Patienten wo versorgt sind oder wie hoch die Rate an Folgeerkrankungen ist.“

hil

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