Vermischtes

Zahl der Krankenhäuser mit Entbindungsstationen sinkt deutlich

  • Dienstag, 17. März 2026
/picture alliance, Britta Pedersen
/picture alliance, Britta Pedersen

Wiesbaden – Die Zahl der Krankenhäuser mit Entbindungsstationen in Deutschland hat sich seit der Wiedervereinigung halbiert. Gab es 1991 noch 1.186 Krankenhäuser, in denen Kinder entbunden wurden, waren es 2024 noch 578, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte.

Das ist ein Rückgang um 51,3 Prozent. Zugleich war die Zahl der Geburten 2024 um 18,4 Prozent niedriger als 1991. Mit dem Rückgang der Entbindungskliniken einher ging auch die Schließung von entsprechenden Fachabteilungen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Deren Zahl nahm von 1.275 im Jahr 1991 auf 758 im Jahr 2024 ab – ein Rückgang um 40,5 Prozent. Darunter fallen auch Fachabteilungen zur Frauenheilkunde, in denen keine Entbindungen stattfanden. Seit 1991 ging die Zahl der Krankenhausbetten in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe von rund 66.400 auf 24.100 im Jahr 2024 zurück (minus 63,7 Prozent).

Trotz des Abbaus der Kapazitäten in diesem Bereich ging auch die Bettenauslastung deutlich von 77,4 Prozent im Jahr 1991 auf 56,4 Prozent im Jahr 2024 zurück. Grund dafür ist unter anderem, dass die Patientinnen im Schnitt deutlich schneller aus dem Krankenhaus entlassen werden als früher.

Die Rückgänge betreffen alle Bundesländer, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß: Am stärksten betroffen war Nordrhein-Westfalen, wo die Zahl der Krankenhäuser mit Entbindungsstationen von mehr als 260 auf rund 120 zurückging, gefolgt von Bayern, wo es 2024 noch rund 80 Krankenhäuser mit Geburtsstationen gab – 1991 waren es rund 190.

Die Entfernung zur nächsten Klinik mit einem Fachbereich Frauenheilkunde und/oder Geburtshilfe hängt stark davon ab, wie städtisch oder ländlich die Menschen wohnen. In Großstädten können nach Angaben der Statistiker 95,1 Prozent der weiblichen Bevölkerung zwischen 16 und 49 Jahren ein entsprechendes Krankenhaus innerhalb von 15 Minuten mit dem Auto erreichen.

In Mittelstädten trifft dies auf knapp drei Viertel (73,4 Prozent) zu, in größeren Kleinstädten auf weniger als die Hälfte (44,7 Prozent). In kleineren Kleinstädten oder ländlichen Gemeinden sind lediglich knapp ein Drittel (29,9 Prozent) der entsprechenden Altersgruppe binnen 15 Minuten in einer Klinik mit Frauenheilkunde- und/oder Geburtshilfe-Station.

kna

Diskutieren Sie mit:

1

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Kommentare (1)

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung