Vermischtes

Zahl der Todesfälle durch Influenza in Brandenburg auf Zehn-Jahres-Hoch

  • Montag, 1. Juni 2026
PoppyPix stock.adobe.com
PoppyPix stock.adobe.com

Potsdam – In Brandenburg gab es in der zu Ende gegangenen Grippesaison so viele Todesfälle wie seit zehn Jahren nicht mehr. Das geht aus der Influenzastatistik des Landesamtes für Versorgung und Gesundheit hervor, die heute in Potsdam veröffentlicht wurde.

Demnach gab es in der Grippesaison 2025/2026 in Brandenburg 81 Grippetote im Land. Besonders betroffen waren dabei hochbetagte Menschen jenseits der 85 Jahre: Auf sie allein entfielen im letzten Jahr fast 50 Todesfälle. In der Grippesaison 2024/2025 verzeichnete das Land 58 Grippetote, in der Saison 2023/204 waren es 18 Fälle.

Während die Grippe in der Coronapandemie bedingt durch Hygienemaßnahmen und Impfungen fast ausgerottet war, war die Zahl der an der Krankheit verstorbenen Menschen auch in der Zeit vor der Pandemie nie so hoch wie im letzten Jahr: So registrierte das Land in der Influenzsaison 2017/2018 nur insgesamt 18 Todesfälle durch Influenza.

Gleichzeitig ist die Bereitschaft zur Grippeschutzimpfung in Brandenburg dramatisch zurückgegangen: Während in der Saison 2020/2021 noch 65 Prozent aller Brandenburger im Alter von mehr als 65 Jahren gegen Grippe geimpft waren, waren es in der Saison 2024/2025 nur noch 48,6 Prozent.

Neuere Zahlen liegen noch nicht vor. Die Gesamtzahl der Grippeinfektionen ist hingegen zurückgegangen: Von 18.719 in der Saison 2024/2025 auf 12.801 Menschen in der Saison 2025/2026. Es infizierten sich also weniger Menschen, es starben aber mehr.

„Die Zahl der Grippeinfektionen ist in der vergangenen Saison erfreulicherweise zurückgegangen, erreichte aber dennoch ein sehr hohes Niveau“, sagte Brandenburgs Gesundheitsminister René Wilke (SPD). „Grippe ist eine gefährliche Erkrankung, die auch zum Tode führen kann – und eine Impfung schützt wirksam vor schweren Krankheitsverläufen.“

Ein Sprecher des Brandenburger Gesundheitsministerium sagte auf Nachfrage, die hohe Zahl der Influenzatoten dürfte auch darin begründet sein, dass im Vergleich zu den Vorjahren die Altersgruppe Ü80 am stärksten betroffen war. Ein großer Teil der Verstorbenen sei ungeimpft gewesen. Darüber hinaus handele es sich bei der Subvariante K um einen neuen Erreger, sodass die Immunität im Vergleich zu anderen Varianten geringer gewesen sei.

Der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, Stefan Roßbach-Kurschat, nannte den Rückgang der Impfquoten in Brandenburg eine „erschreckende“ und „medizinisch besorgniserregende“ Entwicklung.

„Je mehr Menschen gegen die Grippe geimpft sind, desto schwieriger wird es für die Viren, sich auszubreiten“, so Roßbach-Kurschat. „Bis zur Pandemie lag Brandenburg im Ländervergleich der Impfquoten ganz weit vorn“. Dieses Niveau müsse man wieder erreichen.

benl

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung