Zahl der Verkehrstoten steigt weiter

Genf – 1,35 Millionen Menschen sterben jährlich im weltweiten Straßenverkehr. Das zeigt ein heute veröffentlichter Global Status Report der WHO zur Straßenverkehrssicherheit. Demnach bilden Verkehrsunfälle inzwischen sogar die häufigste Todesursache von Kindern und Jugendlichen im Alter von fünf bis 29 Jahren.
„Diese Todesfälle sind ein inakzeptabler Preis für die Mobilität“, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Es gebe keine Entschuldigung dafür. Der Bericht sei ein Aufruf an die Regierungen und Partner, viel mehr zu unternehmen, um den Straßenverkehr sicherer zu machen.
Die dafür benötigten Werkzeuge gebe es bereits, unterstrich Michael Bloomberg, globaler WHO-Botschafter für nichtübertragbare Krankheiten und Verletzungen. „Konsequent umgesetzte Richtlinien, intelligentes Straßendesign und Sensibilisierungskampagnen könnten in den kommenden Jahrzehnten Millionen von Menschenleben retten", verwies er auf die Ergebnisse des Berichtes.
Demnach ist die Gesamtzahl der Todesfälle in den vergangenen Jahren zwar gestiegen, gleichzeitig haben sich die Todesraten im Verhältnis zur Weltbevölkerung aber stabilisiert. Laut WHO ein Zeichen dafür, dass in einigen Ländern entsprechende Maßnahmen erfolgreich umgesetzt worden seien.
Ärmer Länder stärker betroffen
So hätten beispielsweise Geschwindigkeitsbegrenzungen, Alkoholfahrverbote, Gurt- und Helmpflichten sowie sichere Infrastrukturen wie Geh- und Radwege sowie verbesserte Fahrzeugstandards in 48 Ländern dafür gesorgt, dass die Zahl der Verkehrstoten gesunken sei.
In ärmeren Ländern, in denen derartige Maßnahmen nicht umgesetzt wurden, sei die Zahl der Gesamttodesfälle dagegen unverändert hoch. Folgerichtig ist das Risiko eines Verkehrstodes laut WHO-Bericht in ärmeren Ländern auch nach wie vor dreimal so hoch wie in den Industrienationen.
So kommen in Afrika auf 100.000 Einwohner rund 27 Verkehrstote, während in Europa pro 100.000 Einwohner gerade einmal neun Menschen durch Unfälle im Straßenverkehr sterben. Vor allem Fußgänger und Radfahrer leben offenbar gefährlich: Sie machen laut WHO-Bericht weltweit 26 Prozent aller Verkehrstoten aus.
Der globale Statusbericht der WHO zur Straßenverkehrssicherheit wird alle zwei bis drei Jahre veröffentlicht und liefert wichtige Erkenntnisse zu Zustand und Optimierungspotenzial der weltweiten Straßenverkehrssicherheit.
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