Vermischtes

„Abbruch ist Frauenrecht“: Demo vor Prozessbeginn

  • Donnerstag, 5. Februar 2026
/picture alliance, Max Lametz
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Lippstadt – In Hamm in Westfalen haben mehrere hundert Menschen „gegen das katholische Abtreibungsverbot“ am Klinikum Lippstadt protestiert. Hintergrund ist ein juristischer Streit zwischen dem dort beschäftigten Chefarzt Joachim Volz und dem katholischen Träger des fusionierten Klinikums Lippstadt – Christliches Krankenhaus.

Volz sagte kurz vor Demobeginn, das erstinstanzliche Urteil halte er für fehlerhaft. „Ich hoffe, dass wir heute die richtige Entscheidung bekommen, denn es geht um ein sehr grundlegendes Problem.“ Schwangere müssten Entscheidungsfreiheit haben bei einem schwer kranken oder schwer missgebildeten Fötus. „Es geht um die Freiheit der Medizin und die Rechte der Frauen.“

Auf Transparenten war „Mein Körper ist kein Kirchengut!“ und „Abbruch ist Frauenrecht“ zu lesen. Fraktionschefin Britta Haßelmann und Ricarda Lang (beide Grüne) sowie weitere Politikerinnen und Politiker aus Bund und Land NRW waren vor Ort.

„Wir sehen, dass die Versorgungslage für Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch durchführen möchten, immer schwieriger wird“, sagte Haßelmann. Da der ökonomische Druck zu weiteren Klinikfusionen führen werde, sei zu befürchten, dass die Versorgungslage sich weiter verschärfen werde.

Zu der Demonstration hatte der Gynäkologe Volz mit seiner Unterstützerin Sarah Gonschorek (Grüne) aufgerufen. „Die Frage, die heute gestellt wird, lautet: Ist es legitim, dass das Selbstordnungs- und Verwaltungsrecht der Kirche über den Grundrechten der Frauen steht?“, sagte Gonschorek. Die Kundgebung mit laut Polizei rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern verlief friedlich.

Volz war in erster Instanz vor Gericht gescheitert. Das Arbeitsgericht hatte seine Klage gegen Dienstanweisungen des katholischen Klinikträgers im August abgewiesen. Es sei rechtmäßig, dass der Arbeitgeber dem Mediziner Abtreibungen – bis auf enge Ausnahmefälle – verbiete. Der Chefarzt hatte dagegen Berufung eingelegt. Darüber verhandelt das Landesarbeitsgericht. Ein Urteil wird noch heute erwartet.

dpa

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